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KastelnLU, Alberswil

Burgruine und Herrschaft in der Gem. Alberswil. 1258 Kasteln. Der auf einem markanten Hügel auf einer älteren Erdburg vermutlich von den Kyburgern Mitte des 13. Jh. errichtete Festungsturm diente diesen zu Repräsentationszwecken und als Verwaltungszentrum, dem sie ihren Surseer Besitz und die Reichsvogtei Beromünster zuordneten. 1273 wurde K. von Rudolf I. von Habsburg erworben. Das habsburg. Amt K. bildete um 1306 nur noch eine Enklave im Amt Willisau mit Twing- und Vogteirechten zu Kottwil, Niederwil, Briseck und der Kirchenvogtei Burgrain. Auf der Feste sassen österr. und später luzern. Lehensträger: Im 14. Jh. die Herren von Winterberg und Gottfried Müllner, ab 1367 die Rust und die von Luternau gemeinsam. 1416 nahm der damalige Herr von K., Peter von Luternau, mit seiner Herrschaft das Burgrecht von Luzern an. 1482 erwarb Hans Feer K., 1598 Ulrich Heinserlin, der die Herrschaft 1644 nach dem Konkurs seiner Fam. der Stadt überliess.

Die Rust und die von Luternau fügten der Herrschaft nach 1357 Twing und Zoll in Ettiswil (ab 1385 hälftig), die Twinge Alberswil, Bodenberg, Nebikon (hälftig), ein Achtel des Schötzer Twings sowie den Twing und Zehnt in Fischbach hinzu, Ulrich Heinserlin um 1604 den Twing Zell, die halben Twinge Schötz und Nebikon. 1664 verkaufte der Rat die Twingrechte in Schötz, Nebikon und Ettiswil an die Herrschaft Wyher. Im Bauernkrieg 1653 beschädigten die fronpflichtigen Alberswiler und Ettiswiler den unbewohnten Turm. Luzern veräusserte K. 1680 an den Johannitergrossprior Franz von Sonnenberg, der dort ein Familienfideikommiss errichtete. 1682 entstand ein Landschlösschen, das bis heute im Besitz der Fam. Sonnenberg ist.

Quellen und Literatur

  • A.P. von Segesser, Rechtsgesch. der Stadt und Republik Luzern 1, 1850, 653-657
  • A. Sautier, Die Familienfideikommisse der Stadt und Republik Luzern, 1909, 137-159
  • Kdm LU 5, 1959, 7-12
  • W. Meyer, «Burgenbau im kyburg. Machtbereich», in Die Gf. von Kyburg, 1981, 75, 82
  • F. Daxecker, «Ein Brief von P. Johann Baptist Cysat SJ - Dok. zur Rechtsgesch. der Burg K. bei Alberswil», in Sammelbl. des Hist. Vereins Ingolstadt 104, 1995, 241-255