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Effretikon

Siedlung in der Gemeinde Illnau-Effretikon ZH, Bezirk Pfäffikon. Der wirtschaftliche und administrative Mittelpunkt der Gemeinde umfasst auch das früher eigenständige Dorf Rikon und den ehemaligen Weiler Moosburg. Eisenbahnknotenpunkt. 745 Erpfratinchova. 1671 48 Einwohner; 1860 102; 1910 316; 1950 1333; 1970 11'034; 1990 11'084; 2000 10'298 (Zahlen ab 1970 mit Rikon und Moosburg).

Reformierte Kirche, 1958-1961 erbaut von Ernst Gisel in Zusammenarbeit mit Louis Plüss, Zürich. Fotografie von Fritz Maurer (gta Archiv/ETH Zürich, Vorlass Ernst Gisel).
Reformierte Kirche, 1958-1961 erbaut von Ernst Gisel in Zusammenarbeit mit Louis Plüss, Zürich. Fotografie von Fritz Maurer (gta Archiv/ETH Zürich, Vorlass Ernst Gisel).

Der alemannische Adlige Landbert schenkte 745 mehrere Güter in Effretikon dem Kloster St. Gallen. Südlich von Effretikon erbaute Graf Hartmann IV. von Kyburg 1254 die Moosburg, die nach seinem Tod an den späteren König Rudolf I. von Habsburg fiel. 1426-1432 war sie Sitz des ersten Zürcher Vogts der Landvogtei Kyburg, Johannes Schwend. Während des Alten Zürichkriegs zerstörten Innerschweizer Truppen die Feste vollständig (Mai 1444). Der Wirtschaftshof entwickelte sich zum Weiler Moosburg. Wie die Burg gelangte Effretikon nach 1264 unter habsburgische, 1424 erstmals und 1452 endgültig unter zürcherische Herrschaft. Bis 1796 wuchs Effretikon auf elf Haushaltungen an, die trotz vorhandenem Allmendland keine eigentlichen Dorfgemeinden bildeten. 1798 wurde Effretikon, das bereits zur Pfarrei Illnau gehörte, auch der politischen Gemeinde Illnau zugeteilt. 1811 wurden die Weiler Effretikon, Moosburg und Bietenholz zur Zivilgemeinde "Untere Höfe" zusammengefasst. 1835-1932 bildete Effretikon eine eigene Zivilgemeinde. Durch die Bahnanschlüsse (1855 Linie Oerlikon-Winterthur, 1876 Effretikon-Hinwil, 1877 Winterthur-Kloten-Baden) erhielt Effretikon innerhalb der Gemeinde Illnau eine verkehrstechnisch überragende Stellung, welche die Siedlungsentwicklung entscheidend beeinflusste. Nach dem Ersten Weltkrieg war Effretikon erstmals bevölkerungsreicher als das benachbarte Rikon, mit dem es allmählich wie mit Moosburg zusammenwuchs. Der Bauboom der 1950er und vor allem der 1960er Jahre konfrontierte Effretikon mit den baulichen und gesellschaftlichen Problemen einer Agglomerationssiedlung (hoher Pendleranteil, wenig Arbeitsplätze). Ein markantes Zeichen dieser Wachstumsphase setzte die 1958-1961 von Ernst Gisel erbaute reformierte Kirche mit ihrem modernen Glockenturm. Die katholische Kirche St. Martin entstand 1981-1983. Ein Autobahnanschluss wurde 1974 erstellt. Effretikon hat sich zum regionalen Geschäftszentrum entwickelt, doch ist das Arbeitsplatzangebot nur langsam gestiegen. 1990 wohnten 76% der Einwohner der Gemeinde in Effretikon, 2000 nach einem leichten Bevölkerungsrückgang noch 71%.

Quellen und Literatur

  • Kdm ZH 3, 1978, 76-83, 96-98, 107
  • H. Kläui, U. Müller, Illnau-Effretikon, 2 Bde., 1983-92
Weblinks
Normdateien
GND

Zitiervorschlag

Ueli Müller: "Effretikon", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 28.03.2012. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/007810/2012-03-28/, konsultiert am 06.10.2022.