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Ellikon am Rhein

Siedlung in der politischen Gemeinde Marthalen ZH. Ehemaliges Fischerdörfchen am Rhein, hart oberhalb der alten Thurmündung. 858 Eleeninchova. 1464 4 Haushaltungen; 1671 40 Einwohner; 1870 105; 2000 79.

Ab 858 Teil der Grundherrschaft des Klosters Rheinau. Das Niedergericht war Rheinauer Lehen, ab 1520 bei Schaffhausen, das Hochgericht bei der Grafschaft Kyburg. Die Einwohner waren nach Rheinau kirchgenössig. 1798 wurde Ellikon in die Munizipalität Marthalen einbezogen. Im 17. und 18. Jahrhundert wurde Salz in Umgehung Schaffhausens auf dem Landweg von Stein am Rhein über Ellikon nach Zürich oder rheinabwärts transportiert. Der Strasse nach Marthalen (1850) folgten 1891 die Brücke über die korrigierte Thur nach Flaach, 1905 eine Drahtseilfähre über den Rhein an das deutsche Ufer. Mit dem allgemeinen Rückgang der Fischerei endete 1918 der schon im Spätmittelalter belegte Lachsfang. Eine Schule betrieb Ellikon 1846-1964. Die Zivilgemeinde wurde 1938 aufgehoben. Der Wochenendtourismus hat dem idyllischen Dörfchen im ausgehenden 20. Jahrhundert nicht unerhebliche Probleme beschert.

Zitiervorschlag

Reinhard Nägeli: "Ellikon am Rhein", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 14.11.2005. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/007812/2005-11-14/, konsultiert am 06.02.2023.