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KnonauVogtei

Das Landvogteischloss um 1700. Lavierte Federzeichnung im Zürcher Regimentsbuch von Gerold Escher (Aargauer Kantonsbibliothek, Aarau, MsMurF 33: 2, S. 197).
Das Landvogteischloss um 1700. Lavierte Federzeichnung im Zürcher Regimentsbuch von Gerold Escher (Aargauer Kantonsbibliothek, Aarau, MsMurF 33: 2, S. 197). […]

Zürcher Landvogtei, deren Gebietsumfang grösstenteils dem heutigen Bezirk Affoltern entspricht, der auch Knonaueramt oder volkssprachlich Säuliamt genannt wird. Die Landvogtei Knonau geht auf einen Zürcher Ratsbeschluss von 1507 zurück, demzufolge die verschiedenen Besitztümer westlich der Albiskette als Landvogtei ("äussere" Vogtei) verwaltet und zu diesem Zweck in der Gemeinde Knonau ein Herrschaftssitz errichtet werden sollte. Zunächst setzte sich die Landvogtei aus drei Herrschaftskomplexen zusammen, welche die Stadt Zürich zwischen 1406 und 1503 erworben hatte, nämlich aus dem ehemaligen Amt Horgen-Maschwanden (Horgen), aus dem 1415 eroberten Freiamt und ab 1503 aus der Vogtei Hedingen. Zum Freiamt gehörten bis 1798 auch die hohen Gerichtsbarkeiten über die zugerische Vogtei Steinhausen und das aargauische Kelleramt, die 1670 von der Landvogtei getrennt und der Ratsverwaltung der Stadt Zürich unterstellt wurden. 1512 erwarb die Stadt zudem die Gerichtsherrschaft Knonau, die sie ebenfalls in die Landvogtei Knonau eingliederte. Unter teilweiser Berücksichtigung bisheriger Grenzen unterteilte sie Knonau in die fünf Gerichtskreise Maschwanden, Freiamt, Knonau, Hausen und Hedingen, denen je ein Untervogt vorstand. Ausserdem setzte sie in Knonau eine Vereinheitlichung der Rechtsordnung durch und erliess 1535 ein Amtsrecht. Das im 16. Jahrhundert bezeugte Amtsgericht als Appellationsinstanz verschwand im 17. Jahrhundert. Schwere Rechtsvergehen wurden nun unmittelbar vom Zürcher Rat beurteilt. Knonau gehörte zu den ertragsarmen Landvogteien des Zürcher Stadtstaats, stellte aber vergleichsweise viele Wehrpflichtige (1585 1000). 1798 löste der helvetische Bezirk Mettmenstetten die Landvogtei ab. In der Mediation kam das Gebiet der ehemaligen Landvogtei zum weitläufigen Bezirk Horgen. In der Restauration wurde mit dem Oberamt Knonau der Gebietsumfang der ehemaligen Verwaltungseinheit teilweise wieder hergestellt, den auch die Regenerationsverfassung (1831) übernahm. 1837 wurde der Sitz der Bezirksverwaltung von Knonau nach Affoltern am Albis verlegt und der Bezirksname entsprechend angepasst.

Quellen und Literatur

  • A. Largiadèr, «Die Anfänge des zürcher. Stadtstaates», in Festgabe Paul Schweizer, 1922, 1-92
  • Knonaueramt: gestern – heute – morgen, 1987
  • H.R. Dütsch, Die Zürcher Landvögte von 1402-1798, 1994
  • Das Knonauer Amt, 2005
Weblinks
Normdateien
GND

Zitiervorschlag

Martin Illi: "Knonau (Vogtei)", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 21.10.2008. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/007828/2008-10-21/, konsultiert am 13.04.2024.