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Prähistorische Temporärsiedlungen

Detail eines Modells der Siedlung Moosseedorf-Moosbühl, realisiert vom Bernischen Historischen Museum (Bernisches Historisches Museum) © Fotografie Stefan Rebsamen.
Detail eines Modells der Siedlung Moosseedorf-Moosbühl, realisiert vom Bernischen Historischen Museum (Bernisches Historisches Museum) © Fotografie Stefan Rebsamen.

Die Siedlungsform der P. kennzeichnet die nomadisierenden oder halbnomadisierenden Völker des Paläolithikums und des Mesolithikums. Es kann sich dabei um Freilandstationen mit leichten, möglicherweise transportierbaren Konstruktionen, aber auch um Felsschutzdächer oder Höhleneingänge handeln. Solche Standorte sind in der Schweiz seit dem Mittelpaläolithikum (Moustérien) belegt. Der Hauptteil der Informationen über die P. stammt von Freilandstationen aus dem Ende der Eiszeit (Magdalénien) oder dem Mesolithikum. In der Schweiz stehen bis anhin nur wenige Fundkomplexe zur Verfügung, obwohl solche Siedlungen ausserhalb der Landesgrenzen zahlreich sind. Hanni Schwab beschrieb die Spuren einer hütten- oder zeltartigen Konstruktion in Moosseedorf-Moosbühl. Die Umrisse der Siedlungsstelle konnten durch die Konzentration von Feurersteinen deutlich bestimmt werden. Innerhalb des Fundbereichs befanden sich zwei grosse Feuerstellen sowie eine Reihe kleiner, kreisförmiger Vertiefungen von etwa 20 cm Durchmesser, die als Pfostenlöcher gedeutet wurden. Bei den beiden magdalénienzeitl. Siedlungen von Hauterive-Champréveyres (NE) und Neuenburg-Monruz fanden kürzlich Ausgrabungen statt, die eine genaue Erforschung der räuml. Organisation ermöglichten. An fast allen Fundorten aus dieser Zeit wurden Feuerstellen nachgewiesen. In der Nähe und zwischen den Feuerstätten lagen zahlreiche Überreste, die von unterschiedl. Tätigkeiten zeugen. Anhand der räuml. Verteilung konnten deutlich Arbeitsplätze für die Herstellung von Werkzeugen aus Feuerstein und Knochen, für die Bearbeitung und Vernähung von Häuten und Fellen, für das Schlachten und Zerlegen der Tiere sowie für das feine Formen und Gravieren der Schmuckstücke und der religiösen oder mag. Kunstgegenstände unterschieden werden.

Die meisten Standorte scheinen auf die Beschaffung bestimmter lebenswichtiger Güter spezialisiert gewesen zu sein: Rentierjagd in Moosbühl, Pferde-, Rentier- und gelegentlich Kleinwildjagd in Champréveyres, Monruz oder Rheinfelden-Eremitage, Kleinwildjagd auf Hase, Schneehuhn oder Murmeltier im Birstal oder Werkzeugherstellung in der Region der Löwenburg. Das Geistesleben kommt im Schmuck zum Ausdruck, in den Ohrgehängen, den Halsketten, vielleicht den Amuletten, die die Jäger da und dort verloren haben. Trotz aller Unterschiede bezüglich kultureller Ausformung und techn. Entwicklung attestieren sie den Jägern ein erstaunlich einheitl. Gedankengut.

Quellen und Literatur