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WülflingenHerrschaft

Dem um 1200 entstandenen Turm von Alt-W. auf einem dreiseitig steil abfallenden Hügel südlich von W. dürften ältere Wehrbauten vorausgegangen sein, was aber noch nicht archäologisch erforscht ist. Nach der um 1040 entstandenen Chronik des Klosters Zwiefalten (Württemberg) wohnten im 11. Jh. Willebirg von W. und Kuno von Achalm auf der Burg W. Im 13. Jh. gehörte die Herrschaft W.-Buch mit hoher und niederer Gerichtsbarkeit den Gf. von Habsburg. Um 1300 sassen dort in ihrem Namen die Herren von Hettlingen, 1359 Johannes von Seen. 1376 verpfändeten die Habsburger die Herrschaft an Hartmann von Seen und sie ging dann an dessen Schwiegersohn Ulrich von Landenberg-Greifensee über. Von den verschuldeten Herren von Rümlang, Besitzer der Herrschaft ab 1455, kamen Kirchensatz, grosser und kleiner Zehnten 1515 ans Spital Winterthur, Burg und Herrschaft als Pfand an die Gem. W. Diese veräusserte sie 1528 an Hans Steiner von Zug, Eigentümer der Herrschaft Pfungen. Gegen den Verkauf der Herrschaft W. an Winterthur durch Steiners Nachkommen erhob Zürich 1634 Einspruch, akzeptierte jedoch den Kauf durch den Zürcher Junker Hans Hartmann Escher vom Luchs und seine Schwägerin, Katharina Meiss von Teufen. Da die alte Burg zeitgemässen Wohnbedürfnissen nicht mehr entsprach, liess die Fam. Escher 1644-45 beim Dorf W. ein neues Schloss bauen (heute Wirtschaft). Dieses vererbte sich mit Besitz und Rechten auf die Fam. Meiss und kam nach Auskauf der übrigen Erben 1734 an Salomon Hirzel-Meiss (1672-1755), später General in holländ. Diensten. Seine drei Söhne führten die Fam. in den finanziellen Ruin. 1760 verkaufte Salomon Hirzel (1719-1791) die Gerichtsherrschaft an die Stadt Zürich. Diese zog die hohe Gerichtsbarkeit bis 1798 an sich und übertrug die niedere der Landvogtei Andelfingen. Der Turm Alt-W., im 18. Jh. als Wohnung aufgegeben, zerfiel und wurde 1936 von der Stadt Winterthur restauriert.

Quellen und Literatur

  • H.M. Gubler, Schlösser W., Hegi und Mörsburg bei Winterthur, 1974
  • P. Ziegler, W., 1975
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