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Môtier

Strassen- und Weinbauerndorf des Kantons Freiburg, Seebezirk, am Nordufer des Murtensees, im Gebiet der ehemaligen Gemeinde Haut-Vully, seit 2016 Teil der Gemeinde Mont-Vully. 1230 Mostier. 1558/1559 27 Feuerstätten; 1657 50 Häuser; 1811 369 Einwohner; 1860 254; 1991 228.

Môtier: Situationskarte 2018 (Geodaten: Bundesamt für Statistik, Swisstopo, OpenStreetMap) © 2019 HLS.
Môtier: Situationskarte 2018 (Geodaten: Bundesamt für Statistik, Swisstopo, OpenStreetMap) © 2019 HLS.

Die in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts entdeckte neolithische Ufersiedlung Haut-Vully-Môtier I gehört zu den 56 Fundstellen der Schweiz, die in der Unesco-Welterbeliste verzeichnet sind. Môtier erhielt seinen Namen von der Kirche Saint-Pierre (monasterium), die älter ist als der Ort. Sie wurde auf romanischen Überresten erbaut und zu Beginn des 16. Jahrhunderts erweitert. Der Neubau des Schiffs erfolgte 1824, die Restauration der gesamten Kirche 1944. Die Pfarrei, die 1228 Lugnorre genannt wurde, umfasste die ehemaligen Gemeinden Bas-Vully und Haut-Vully. Mit der Einführung der Reformation ging die Kollatur 1530 an Bern über. 1892 wurde die Kapelle der Evangelischen Freikirche errichtet. Gegen 1700 ist in Môtier eine Schule bezeugt, die 1833 neu gebaut wurde. Im 17. Jahrhundert gab es zwei Mühlen. Patrizische Winzerhäuser wurden im 17.-19. Jahrhundert errichtet. Mit der ersten Juragewässerkorrektion von 1861-1891 gewann das Dorf kultivierbares Land am See. Die Gemeindeverwaltung von Haut-Vully befand sich in Môtier.

Quellen und Literatur

  • Kdm FR 4, 1989, 296-338
Kurzinformationen
Ersterwähnung(en)
1230: Mostier