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Montsalvens

Die Herrschaft M. gehörte der gleichnamigen, wohl von den Gf. von Greyerz abstammenden Familie. Nachdem Gf. Rudolf I. von Greyerz 1183 die Herrschaft von Guillaume de M. geerbt hatte, war sie im Besitz der Gf. von Greyerz. Ab der 2. Hälfte des 13. Jh. bildete sie die Apanage eines jüngeren oder sogar des ältesten Sprosses der von Greyerz, bevor dieser die Nachfolge seines Vaters antrat. Die Herrschaft umfasste das rechte Saaneufer von der Tineschlucht bis zum Jaun (ausser Estavannens) mit dem Motélontal, Les Mortheys und einem Teil von Châtel-sur-M. Sie war Sitz einer der drei Kastlaneien der Grafschaft Greyerz und mit einem militär. Banner ausgestattet. Das im 12. Jh. bezeugte Schloss (heute Gem. Broc) stand über der Jaunschlucht. Es schützte die Grafschaft vor möglichen vom Jaun oder vom Schwarzsee her erfolgenden Invasionen und erlaubte es, Bulle und die sich oft mit den von Greyerz befehdenden Herrschaften von Vuippens, Everdes und Corbières in Schach zu halten. 1274 erteilte Philipp I. von Savoyen Peter II. von Greyerz die Erlaubnis, M. durch grosse, bis zum Jaunufer reichende Verteidigungsanlagen zu befestigen. Allmählich entwickelte sich hier ein Flecken. 1277 besetzte das mit den örtl. Herrschaften verbündete Freiburg die Burg und gab sie 1281 Richard von Corbières zum Lehen. 1283 fiel sie wieder in den Besitz der Fam. von Greyerz zurück. Im 14. Jh. liessen sich die Herren von M. im Schloss Broc (Château d'en bas) nieder. 1433 war der Flecken M. verschwunden. Die Burg zerfiel bald, einzig der Turm ist heute noch sichtbar. Als Freiburg 1555 nach dem Bankrott Michael von Greyerz' die Grafschaft in Besitz nahm, wurde die Kastlanei M. der Landvogtei Greyerz einverleibt.

Quellen und Literatur

  • B. de Vevey, Châteaux et maisons fortes du canton de Fribourg, 1978, 204-210
  • R. Flückiger, Ma. Gründungsstädte zwischen Freiburg und Greyerz, 1984, 181-197
  • P.-P. Bugnard, Broc, village de Gruyère, 1987

Zitiervorschlag

Vial, Jean-Claude: "Montsalvens", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 04.07.2013, übersetzt aus dem Französischen. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/008009/2013-07-04/, konsultiert am 28.10.2020.