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Zervreila

Siedlungswüstung auf 1800 m in der politischen Gemeinde Vals GR. 1301 alpis de Seurera. Auch unter den Namen Zerfreila oder Zafreila bekannt.

Das ursprünglich von Romanen bewohnte Valsertal erfuhr ab dem 14. Jahrhundert eine Ausweitung des Siedlungsgebietes in die Seitentäler. Die Herkunft der 1325 in Suverella erwähnten Dauersiedler ist nicht geklärt. Möglich ist eine Zuwanderung von deutschsprachigen Walsern aus dem Rheinwald wie auch von italienisch- oder deutschsprachigen Siedlern aus dem Tessin. Länta und Lampertschalp hinter Zervreila gehörten vom 15. bis ins 20. Jahrhundert Gemeinden im Bleniotal und wurden bis Ende des 19. Jahrhunderts über den Passo di Soreda (2759 m) bestossen. Die Kapelle St. Bartholomäus in Zervreila entstand vor 1640. In der Gerichtsgemeinde Vals bildete Zervreila mit Leis eine der vier Nachbarschaften. Die Dauerbesiedlung des rein viehwirtschaftlich ausgerichteten Zervreila soll im 18. Jahrhundert aufgehört haben. 1932-1941 entstand die erste Fahrstrasse. 1951-1958 erfolgte der Bau der Kraftwerke Zervreila mit einer 150 m hohen Staumauer und einem Speicherbecken, dessen 100 Mio. m3 Wasser die zwei Weiler Under und Ober Boda überfluteten.

Quellen und Literatur

  • M. Bundi, Zur Besiedlungs- und Wirtschaftsgesch. Graubündens im MA, 316 f., 325
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Zitiervorschlag

Jürg Simonett: "Zervreila", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 09.12.2016. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/008138/2016-12-09/, konsultiert am 10.12.2022.