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RueHerrschaft

1152 Herrschaft, 1258-1536 savoy. Kastlanei, 1536-1798 Vogtei, bis 1848 Freiburger Bezirk. Der Marktflecken bzw. die Stadt R. war stets der Hauptort. 1278 ca. 2'000 Einw. (Kastlanei); 1798 3'984 (Bezirk). Die ab 1152 bezeugten Herren von R. waren ab 1225 Vasallen der Gf. von Genf. Rudolf der Ältere von R. wurde 1251 von Peter II. von Savoyen mit den Burgen R. und Promasens belehnt. Nach einem Schiedsspruch des Bf. von Lausanne 1260 übte Peter II. die Herrschaftsrechte wieder direkt aus. 1262 bekam er auch die Rechte des jüngeren Zweigs der Fam. R. und machte den Ort zum Sitz einer Kastlanei. Aufgrund ihrer Lage zwischen Romont (FR) und Moudon lag R. an strategisch wichtiger Stelle im savoy. Verkehrsnetz der Waadt. Zur Herrschaft gehörten die Burg und das Städtchen R., die Dörfer Promasens und Ursy sowie wichtige Rechte in der ganzen Gegend, insbesondere die Zehnten von Thierrens, Mézières (VD) und Palézieux. Die 23 Gem. der Kastlanei lebten von der Landwirtschaft und der Viehzucht. Die Bevölkerung der Kastlanei nahm 1350-1450 v.a. durch Epidemien um mehr als ein Drittel ab. Nach der Eroberung der Waadt 1536 schloss sich R. Freiburg an, das im Schloss einen Vogt einsetzte. Die Meierei bzw. die Niedergerichtsbarkeit wurde ab 1277 von der gleichen Fam. ausgeübt, die sich dementsprechend Mestral von R. nannte. 1538 wurde die Meierei an Freiburg verkauft. 1798 gehörte R. zu den Vogteien, welche die Schaffung eines Kt. Sarine et Broye wünschten. Als helvet. Distrikt stellte es sich hinter die Bewegung der Bourla-Papey (1802) und setzte sich für die Abschaffung der Feudalrechte ein. Mit der Mediationsakte von 1803 wurden R.s Separationsbestrebungen gegenüber Freiburg beschwichtigt. Die während der Restauration geschaffene Präfektur wurde 1848 aufgehoben, der Bez. R. wurde Teil des neuen Glanebezirks.

Quellen und Literatur

  • N. Morard, «La population d'une châtellenie savoyarde à la fin du Moyen Age», in R., 1999, 47-66
  • J.-D. Morerod, Genèse d'une principauté épiscopale, 2000, 256-285
  • B. Andenmatten, La maison de Savoie et la noblesse vaudoise (XIIIe-XIVe siècle), 2005, 74-79