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Welfensberg

Kirchdorf in der politischen Gemeinde Wuppenau TG, Bezirk Münchwilen. Das am Nordhang des Nollens liegende Dorf gehörte 1803-1971 zur Ortsgemeinde Wuppenau, seit 1971 ist es Teil der politischen Gemeinde Wuppenau. 1275 Wælphrisperch. 1800 123 Einwohner; 1880 97; 1960 40; 2000 35.

Die 1275 erwähnte Pfarrei, die Welfensberg und Leuberg umfasste, wurde vermutlich von den Edlen von Leuberg als Eigenkirche gestiftet. Später erwarb das Kloster St. Gallen die Kollatur, die 1420 den Freiherren von Anwil und bald nach 1499 den von Helmsdorf verliehen war (1534 Rückkauf des Lehens durch das Stift St. Gallen). 1805 kam sie an den thurgauischen Administrationsrat, 1831 an die Gemeinde. 1529 nahm Welfensberg die Reformation an, kehrte aber 1531 zum katholischen Glauben zurück. Ab 1534 wurde Welfensberg vom Kaplan von Wil (SG) versehen, bis es 1735 dank einer Stiftung einen Pfarrer anstellen konnte. 1706-1708 entstand die Kirche St. Laurentius. 1869 lehnte das Dorf die Vereinigung mit Wuppenau ab. 1871 wurden Welfensberg die Katholiken von Hosenruck zugeteilt. Die Reformierten waren nach Bussnang pfarrgenössig, besuchten aber bis 1703 die Predigt in Neukirch an der Thur. 1712 teilte man sie Schönholzerswilen zu. Das Dorf gehörte bis 1798 zum Freigericht Thurlinden. In Welfensberg wurden Acker-, Wiesen- und Obstbau, im späten 19. Jahrhundert Milchwirtschaft und um 1900 Stickerei betrieben.

Quellen und Literatur

  • Kdm TG 2, 1955, 386-391
  • W. Müller, «Das Freigericht Thurlinden», in ThBeitr. 103, 1966, 5-96, v.a. 93 f.
  • J. Ganz et al., Kirche St. Laurentius Welfensberg, 1986
Weblinks
Normdateien
GND

Zitiervorschlag

Erich Trösch: "Welfensberg", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 24.02.2012. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/008175/2012-02-24/, konsultiert am 05.10.2022.