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Liebenfels

Burg und ehem. Gerichtsherrschaft in der polit. Gem. Herdern TG, Bez. Steckborn. 1254 Liebenvels. Die nordwestlich von Lanzenneunforn gelegene Burg gehörte den von L., Ministerialen des Bf. von Konstanz. Sie wurde um 1250 aus Kieselmauerwerk erbaut. Nach der Einnahme durch eidg. Freischaren 1475 musste der Turm renoviert werden, weitere Bauten wurden ab 1488 errichtet. Nach einem Brand wurde der ma. Nordflügel 1933 wieder hergestellt. Die Herrschaft L. war zusammen mit Lanzenneunforn, Ammenhausen, Wilen und anderen Besitzungen bis 1390 in der Hand der von L., 1395 ging sie an Heinrich von Tettikofen. Dessen Enkelin Anna brachte L. um 1460 in die Ehe mit Hans Lanz. Ab 1510 gehörte Gündelhart zu Liebenfels. 1572 verkauften die Lanz von L. die Herrschaft (ohne Gündelhart) an die Fam. von Gemmingen und bildeten aus Gündelhart ein eigenes Gericht. 1654 erwarb die Abtei St. Urban L. (Herrschaft bis 1798, Schloss bis 1848). Kirchlich gehörten die Bewohner zu Pfyn, im 20. Jh. zu Mammern. Um 1505 bestand der Besitz aus Äckern, Wiesen, Reben und Wald. Die Seidenraupenzucht, die August Follen 1848 auf dem Schlossanwesen einrichtete, blieb erfolglos. 1858 kaufte der Fabrikant Caspar Bebié L. und forstete ab 1875 das Schlossgut stark auf. 1948-92 blieb das in Privatbesitz sich befindende Schloss unbewohnt; seit 2001 besteht eine Sektkellerei.

Quellen und Literatur

  • StATG
  • Kdm TG 6, 2001, 77-87
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