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Thurlinden

Das Freigericht T. war vom MA bis 1798 ein Frevel- bzw. Niedergericht im Thurgau. Es umfasste zahlreiche freie Höfe in Streulage in einem von versch. Herrschaften beanspruchten Territorium, das von Bussnang bis ins toggenburg. Kirchberg und bis Fischingen reichte, u.a. in Almensberg, Bifang, Geftenau, Greutensberg, Grobenbach, Hagenbuch, Hagenwil, Metzgersbuhwil, Puppikon, Remensberg, Rothenhausen, Ruedenwil, Sommerau, Toos, Wartenwil, Welfensberg, Dietswil, Hänisberg, Ötwil, Schalkhausen und Wolfikon sowie Balterswil und Hatterswil. T. gehörte im 13. Jh. zum kyburg. Erbe der Gf. von Habsburg. Es wurde von zwei Freiweibeln betreut, die je eine Hube in Ötwil und Remensberg besassen. 1314 verpfändete Hzg. Leopold I. von Habsburg die Weibelhube Ötwil. 1506 verkaufte Balthasar von Hohenlandenberg T. an die Fürstabtei St. Gallen, die es unter die Verwaltung des Hofs Wil stellte. Das Freigericht (Offnung 1458) tagte ab dem SpätMA bei den östlich von Rickenbach in der Grafschaft Toggenburg gelegenen Linden an der Thur, bei schlechtem Wetter in einer Taverne in Rickenbach.

Quellen und Literatur

  • W. Müller, «Das Freigericht T.», in ThBeitr. 103, 1966, 5-96