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PeterGunzinger

6.9.1844 Welschenrohr, 10.6.1919 Solothurn, kath. später christkath., von Welschenrohr und Solothurn. Sohn des Urs Georg und der Anna geb. Künzli. 1876 Bertha Kaiser. G. besuchte 1860-63 das kant. Lehrerseminar in Solothurn unter dem Direktoriat von Friedrich Fiala. Danach war er 1863-66 Lehrer und Hauslehrer. 1868 machte er die Matura an der Kantonsschule Solothurn und studierte am Polytechnikum in Zürich. 1871 wurde er als Lehrer, Konviktführer und Ökonom ans solothurn. Lehrerseminar berufen, das er schliesslich 1875-1913 leitete. Ab 1880 edierte er die als Lehrmittel für Schulentlassene konzipierte Schülerzeitschrift "Der Fortbildungsschüler" sowie 1888-92 die Zeitschrift "Die Fortbildungsschülerin". Daneben fungierte er als Experte bei den eidg. Rekrutenprüfungen (1875-81) und für die permanenten Schulausstellungen (1878-87). Nach der Integration des Seminars in die Kantonsschule führte G. 1888-1909 die neu geschaffene pädagog. Abteilung. Der einflussreiche Schulmann und Lehrbuchautor (Rechenunterricht) beteiligte sich in Solothurn an der Gründung berufl. und hauswirtschaftl. Fortbildungsschulen sowie 1883 an der Gründung eines Frœbelkindergartens. Er gehörte 1878-94 dem Zentralausschuss des Schweiz. Lehrervereins an.

G.s Engagement, sich als Seminardirektor gerade jener Kategorie Jugendlicher zuzuwenden, die nicht den Beruf einer Lehrkraft ergreifen, sondern eine Lehre absolvieren wollten, mag erstaunen. Seine Motive entsprangen zum einen der Erfahrung aus den pädagog. Rekrutenprüfungen, deren Ergebnisse hinsichtlich des Bildungsstandes der männl. Jugend Defizite nachwiesen. Zum anderen scheint G. über bildungspolit. Weitblick verfügt zu haben, der ihn zu einer Gesamtbeurteilung der Ausbildungssituation angeregt hatte.

Quellen und Literatur

  • J.V. Keller-Zschokke, Peter G., 1925
  • H.-U. Grunder, Seminarreform und Reformpädagogik, 1993
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