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ValleMorobbia

Tessiner Tal, Bezirk Bellinzona, das sich vom Passo San Jorio bis nach Giubiasco (seit 2017 in der Gemeinde Bellinzona) erstreckt und die ehemaligen Gemeinden Sant'Antonio (mit der Fraktion Carena u.a.) sowie Pianezzo umfasst (beide seit 2017 in der Gemeinde Bellinzona). Schon zur Römerzeit verband das Tal das Gebiet von Bellinzona mit dem Comersee. Im MA bildeten Giubiasco und M. eine einzige Nachbarschaft, die sich wahrscheinlich in der 1. Hälfte des 16. Jh. aufteilte. 1803 wurde die polit. Gemeinde Vallemorobbia gegründet, aus der die Gem. Sant'Antonio, Pianezzo und Vallemorobbia in Piano (1867 mit Giubiasco vereinigt) hervorgingen. Nach der Trennung von der Mutterkirche Bellinzona bildete das Tal ab 1600 eine einzige Vizepfarrei. Gegen 1680 entstanden die zwei selbstständigen Pfarreien Pianezzo und Sant'Antonio. Ihren Lebensunterhalt fanden die Einwohner in der Viehzucht, einer wenig ergiebigen Landwirtschaft und der Emigration. 1464 begann die Fam. Muggiasca mit dem Abbau eisenhaltiger Mineralien aus den Minen von Carena, ein Unternehmen, das mit wechselndem Erfolg und nach einigen Besitzwechseln bis 1830 weiterbestand. Im 20. Jh. ging die Bevölkerung im obere Teil des Tales ständig zurück, währenddem zahlreiche Zweitwohnungen erstellt wurden. Der Grossteil der Erwerbstätigen arbeitet in der Agglomeration Bellinzona. Seit 1903 ist das Elektrizitätswerk M. in Betrieb. Es nutzt die Wasserkraft des Wildbachs Morobbia und versorgt Bellinzona mit Strom.

Quellen und Literatur

  • A. Caldelari, Stradario del borgo di Giubiasco, 1978
  • G. Chiesi, «"Antique vene ferri" - Imprese minerarie e siderurgiche nel secolo XV in Valle M.», in Minaria Helvetica 19b, 1999, 5-11
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