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Gasterntal

In der polit. Gem. Kandersteg BE gelegener oberster Talabschnitt der Kander, die durch die Klus in den Talboden von Kandersteg mündet. Das G. wurde im MA über den Lötschenpass von Wallisern besiedelt; die an der Klus errichtete Tülle (Palisade), die 1367 erwähnt ist, sollte deren Einfälle ins Frutigtal verhindern. Der Grenzfindung zwischen den Bernern und den Wallisern auf dem Lötschenpass gingen 1384 und 1419 Kriegszüge voraus. Vom 14. Jh. bis um 1820 war das G. ganzjährig bewohnt (1374-1464 8-10 Fam.; 1812 12 Fam.). Heute besteht ein genossenschaftl. Alpbetrieb der Bäuert Gastern. Nach 1890 kam das G. in den Sog des Kandersteger Tourismus, die noch bestehenden Hotels wurden gebaut. Zum Auffangen der Hotelleriekrise richtete die Armee im 2. Weltkrieg einen Schiessplatz ein. Am 1. Augustsonntag wird in Selden die "Gasternpredigt" im Freien gehalten.

Quellen und Literatur

  • V. Reichen et al., Kandersteg, 1984
  • W. Bellwald, «Drei spätneolith./frühbronzezeitl. Pfeilbogen im Gletschereis am Lötschenpass», in ArS 15, 1992, 166-171
Systematik
Umwelt / Tal