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Ökologie

Umweltwissenschaften

Der Begriff Ö. wird heute in unterschiedl. Zusammenhängen und wenig konsistent verwendet. Ausserhalb der Wissenschaften tritt er v.a. in der gesellschaftlich motivierten Ökologischen Bewegung auf, welche sich im polit. Diskurs für die Interessen des Umweltschutzes einsetzt (Grüne Parteien). Innerhalb der Wissenschaften bezeichnet Ö. die Lehre von den Wechselwirkungen zwischen Lebewesen und ihrer belebten und unbelebten Umwelt. Seit den 1980er Jahren wird Ö. als eigenständiger, interdisziplinärer Wissenschaftsbereich gesehen.

Erstmals nachweisbar ist der Begriff 1866 beim dt. Zoologen Ernst Haeckel, einem entschiedenen Vertreter der darwinist. Abstammungslehre. Bis zum 1. Weltkrieg etablierte sich die Ö. als Teildisziplin der Biologie. 1935 prägte der brit. Geobotaniker Arthur George Tansley den v.a. für die naturwissenschaftl. und quantitative Umweltforschung ebenso grundlegenden wie schillernden Begriff Ökosystem. Die Ökosystemforschung orientiert sich stark an Energieflüssen und Stoffkreisläufen.

Für die 2. Hälfte des 20. Jh. kann die Ausdehnung ökolog. Fragestellungen auf nahezu alle wissenschaftl. Disziplinen beobachtet werden. Die zu seiner Zeit randständige Umweltlehre des balt. Biologen Jakob von Uexküll nahm aus heutiger Sicht wichtige Elemente und Konzepte einer gesamtheitl. Umweltforschung voraus. Teilweise unter dem Stichwort Humanökologie und dem Einfluss der Ökologiebewegung rückten in jüngster Zeit Fragen zu menschl. Eingriffen in natürl. Ökosysteme in den Mittelpunkt ökolog. Forschung. Mittlerweile werden an allen schweiz. universitären Hochschulen Studiengänge im Bereich der Umweltwissenschaften angeboten.

Quellen und Literatur

  • P.J. Bowler, The Fontana History of the Environmental Sciences, 1992
  • F. Klötzli, Ökosysteme, 31993
  • L. Trepl, Gesch. der Ö., 1994
  • Allg. Ö., hg. von A. Di Giulio et al., 2007