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WilhelmVelga

Erstmals erw. 1419 anlässlich seiner Aufnahme ins Freiburger Bürgerrecht, 1456 . Sohn des Nicolas, Junkers. Neffe des Hensli (->). 1) Marguerite de Goumoëns, 2) 1432 Jaquette de Praroman, Tochter des Willi. Ab 1432 gehörte V. dem Freiburger Rat an, 1433-36 amtierte er als Bürgermeister sowie 1436-39, 1442-45 und 1446-49 als Schultheiss. V. nahm an wichtigen Gesandtschaften der Stadt Freiburg teil. In der Klageschrift der Bauern von 1449 erscheint er als einer der hauptangeklagten Zinsherren. Deswegen wurde er vom Stadtherrn Hzg. Albrecht VI. von Österreich abgesetzt, 1449-50 als Geisel des Herzogs nach Freiburg i.Br. gebracht und erst nach der Zahlung eines hohen Lösegelds freigelassen. V. kehrte jedoch nicht nach Freiburg zurück, sondern schloss sich den oppositionellen Freiburger Exilanten in Murten an. 1451 war er erneut Mitglied des Kl. Rats in Freiburg, doch zog er sich nach Streitigkeiten wegen seiner Steuerleistung nach Murten zurück, wo er mit der Herrschaft Liebistorf ausgedehnten Grundbesitz besass. 1452 trat er seinen Besitz in Freiburg seinem Stiefsohn Petermann ab. Laut Steuerregister war V., der im Umland Freiburgs über zahlreiche Güter und Zinseinkünfte verfügte, 1445 der reichste Freiburger. Auf einer Pilgerfahrt nach Santiago de Compostela war er 1435 zum Ritter geschlagen worden.

Quellen und Literatur

  • A. Büchi, Freiburgs Bruch mit Österreich, sein Übergang an Savoyen und Anschluss an die Eidgenossenschaft, 1897
  • P. de Zurich, Les fiefs Tierstein et le terrier de 1442, 1918, 1-132
  • E. Tremp, «Volksunruhen in der Freiburger Landschaft beim Übergang Freiburgs von der österr. zur savoy. Herrschaft (1449-1452)», in Freiburg, hg. von G. Gaudard et al., 1981, 139-159
  • W. Schulze, «Landesfürst und Stadt: Hzg. Albrecht von Österreich und die Stadt Freiburg i.Ü.», in FGB 72, 1995, 131-173
  • P. de Castella, Les Fribourgeois qui ont fait de leur ville le 10e canton suisse (1157-1502), 1996