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Schenkenberg

Burg in der polit. Gem. Thalheim AG und ehem. Herrschaft. 1243 wird der habsburg. Ministeriale H. de S. erwähnt, 1282 heisst ein unehel. Sohn Kg. Rudolfs Albrecht von S. Im 14. Jh. war die Herrschaft S. zuerst im Besitz der Schenken von S., spätestens 1373 gelangte sie an die von Schönau. Nach einigen Handwechseln kam S. an Margarita von Fridingen, Schwester Hermann Gesslers, dann 1430 an Thüring von Aarburg und 1451 an dessen Schwiegersohn Hans und dessen Bruder Markwart von Baldegg. 1460 eroberte Bern die Herrschaft und richtete in ihr eine bis 1798 bestehende Landvogtei ein. Die räuml. Entwicklung der Herrschaft S. ist unklar. Sicher kam 1377 das Amt Bözberg dazu, das Bözberg und den ehem. Murbacherhof Rein umfasste. 1468 wurde die Herrschaft Wessenberg S. angegliedert. Nach der Reformation umfasste S. das links der Aare gelegene Gebiet des heutigen Bez. Brugg (mit Ausnahme Auensteins und des linksufrigen Teils der Gem. Brugg) sowie Densbüren und das heute zu dieser Gem. gehörende Strassendörfchen Asp (heute Bez. Aarau). 1732 kaufte Bern die Twingherrschaft Kasteln, schuf aus ihr eine Landvogtei mit hoher Gerichtsbarkeit und gliederte sie aus dem Amt S. aus.

In der 1. Hälfte des 15. Jh. führten Versuche zur Herrschaftsintensivierung zu Konflikten zwischen deren Inhabern und Untertanen sowie Nachbarn, denen die Eroberung S.s durch Bern ein Ende setzte. Um 1500 kauften sich die Eigenleute los. Ab 1687 wurde eine umfassende Grundzinsbereinigung durchgeführt.

Die imposante Burgruine S. liegt nördlich von Thalheim auf dem Hügel S. und umfasst eine Fläche von ca. 75 x 45 m. Im 12. oder frühen 13. Jh. entstand der Wohnturm, an den im 13. oder 14. Jh. eine Schildmauer und ein Palas angebaut wurden. Wohl um 1450/60 erfolgte eine Erweiterung der Anlage gegen Westen und Süden, um 1500 die Errichtung dreier halbrunder Türme. Weitere Verstärkungen datieren aus der Zeit des Dreissigjährigen Kriegs. 1720 wurde S. wegen Baufälligkeit aufgegeben und der Sitz des Landvogts nach Wildenstein verlegt. Die Ruine diente später als Steinbruch. 2003 wurden eine Bauuntersuchung sowie eine Sanierung vorgenommen.

Quellen und Literatur

  • M. Baumann, Leben auf dem Bözberg, 1998
  • C. Reding, «Die Burgruine S. bei Thalheim», in Argovia 117, 2005, 8-74
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