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SäntisKanton

Kanton der Helvetischen Republik, gebildet aus der ehemaligen Fürstabtei St. Gallen mit den Territorialherrschaften Alte Landschaft und unteres Toggenburg (Gebiet nordwestlich der Linie Hemberg-Hummelwald), der Stadtrepublik St. Gallen, Appenzell Ausserrhoden und Appenzell Innerrhoden und der ehemaligen Landvogtei Rheintal (Gebiet nördlich des Hirschensprungs). Hauptort war St. Gallen.

Das Territorium mit insgesamt 140'000 Einwohnerinnen und Einwohnern unterteilte sich in die Distrikte St. Gallen, Rorschach, Unterrheintal, Oberrheintal, Appenzell, Wald, Teufen, Herisau, Gossau, Wil, Flawil, Mosnang und Lichtensteig. Nachdem die helvetische Verfassung im April und Mai 1798 durch die Gemeinden und Landsgemeinden der ehemaligen Territorien zum Teil nur widerwillig und unter Druck angenommen worden war, trat die politische Ordnung des Kantons Säntis am 21. Juni 1798 mit der Einsetzung des ersten Regierungsstatthalters in Kraft. Die Amtszeiten der Regierungsstatthalter Johann Kaspar Bolt (Juni 1798-Oktober 1801) und Karl Heinrich Gschwend (November 1801-März 1803) waren durch militärische und politische Umstürze sowie die österreichische Besetzung und zeitweilige Rückkehr des früheren fürstäbtischen Landesherrn (Mai-September 1799) geprägt. Das Territorium war 1799 auch Kriegsschauplatz der europäischen Grossmächte (Frankreich gegen Österreich und Russland), was für die Bewohner gravierende finanzielle und wirtschaftliche Folgen hatte. Sie fügten sich deshalb nur schwer in das neue Staatsgebilde ein und leisteten meist widerwillig französischen und helvetischen Militärdienst. Unter dem Eindruck der instabilen Lage verblassten zahlreiche Neuerungen wie die Einführung von Freiheitsrechten oder die Förderung des öffentlichen Schulwesens. Formell bestand der Kanton Säntis bis zur Einführung der Mediationsakte am 10. März 1803, doch sagten sich die einzelnen Teile bereits ab August 1802 los. Französischer Druck hielt diese Entwicklung vorübergehend auf.

Quellen und Literatur

  • AppGesch. 2-3
  • SGGesch. 5, 58-61
  • M. Kaiser, Es werde St. Gallen!, 2003
Weblinks
Normdateien
GND

Zitiervorschlag

Patric Schnitzer: "Säntis (Kanton)", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 24.01.2011. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/008634/2011-01-24/, konsultiert am 02.12.2022.