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BadenAG, Kanton

Helvetischer Kanton, gebildet aus der ehemaligen Grafschaft Baden, den Freien Ämtern und dem Kelleramt. 1799 45'982 Einwohner (ohne jüdische Bevölkerung). Hauptstadt Baden. Gegliedert in die fünf Distrikte Baden, Zurzach, Bremgarten, Muri und Sarmenstorf. Die gemeinen Herrschaften, die Grafschaft Baden sowie Untere und Obere Freie Ämter, wurden im Januar 1798 im Verfassungsentwurf von Peter Ochs noch dem Kanton Zug zugeschlagen. In Ausführung eines Entwurfs von General Brune verordnete der französische Regierungskommissär Lecarlier am 11. April die Zusammenfügung der Gebiete zu einem eigenen Kanton mit der üblichen helvetischen Verwaltungsorganisation: Regierungsstatthalter und Verwaltungskammer, Unterstatthalter in den Distrikten und Agenten in den Gemeinden. Die konservative katholische Bevölkerung verhielt sich gegenüber dem helvetischen Staat passiv. Die Rekrutierungsbasis für Beamte und Politiker war entsprechend schmal; manche mussten aus Nachbarkantonen geholt werden. Die Wirtschaftskraft blieb bescheiden, existierten doch nur in einem Teil der Freien Ämter protoindustrielle Erwerbsformen (Strohflechterei). Zudem war der Kanton innerlich zerrissen. Verschiedene Gemeinden und Gebiete strebten eine Zugehörigkeit zu Zürich (Limmattalgemeinden), Luzern (Amt Hitzkirch), Zug oder gar Schwyz (oberes Freiamt) an. Mangels grösserer staatlicher Domänen finanziell schmalbrüstig und mehrfach von der Aufhebung bedroht, entwickelte sich der Kanton nicht zu einem lebensfähigen Staatswesen. Eine Verschmelzung mit dem Kanton Aargau wurde 1801 (Verfassung von Malmaison) und 1802 (zweite unitarische Verfassung) beschlossen, aber nicht vollzogen. Mit der am 19. Februar 1803 unterzeichneten Mediationsakte wurde der Kanton Baden aufgelöst und mit den Kantonen Aargau und Fricktal vereinigt.

Quellen und Literatur

  • R. Leuthold, Der Kanton Baden 1798-1803, 1934
  • B. Meier et al., Revolution im Aargau, 1997

Zitiervorschlag

Steigmeier, Andreas: "Baden (AG, Kanton)", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 20.12.2001. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/008635/2001-12-20/, konsultiert am 23.09.2021.