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Johann BartholomeRechsteiner

5.6.1810 Herisau, 21.12.1893 Strassburg, ref., von Urnäsch. Sohn des Johann Martin. Johanna Christina Unterbeck, Tochter des Johann Gottfried. Ohne Schulbildung. Lehre als Müller und Bäcker, danach Spinnereiarbeiter und autodidakt. Aneignung mechan. Kenntnisse. Ab ca. 1827 zog R. als Wanderuhrmacher und -mechaniker durch Europa, u.a. 1839-44 mit George Dietz, dem Besitzer eines fahrenden Automatenmuseums, reparierte und konstruierte dabei diverse Automaten (u.a. 1833-35 das Jüngste Gericht mit 260 Figuren, 1838 Reparatur der automat. Ente von Jacques de Vaucanson, die an der Mailänder Scala vorgeführt wurde, 1844-47 Bau einer automat. Ente in Urnäsch) und erfand u.a. einen Weberschiffchen-Antrieb. 1848/49 ersann er eine Schraubenproduktionsmaschine, die ihm verschiedene internat. Auszeichnungen eintrug, u.a. 1853 Staatsprämie und Staatsbürgerschaft Sachsens. Der erfolgreichen Schraubenproduktion in Connewitz (Sachsen) setzten 1860 Querelen mit dem Vermieter der Wasserkraft ein Ende. Nach vergebl. Kampf um Schadenersatz liess er sich 1863 als Uhrmacher im Elsass nieder. 1872 nahm er in Strassburg die Schraubenproduktion wieder auf. 1874 zerstörte ein Brand die Produktionsanlagen, worauf sich R. mit seinem Sohn auf neue Erfindungen, u.a. ein Blutdruckmessgerät für das Strassburger Bürgerspital, verlegte.

Quellen und Literatur

  • H. Amann, «Glanz und Elend des Appenzellers Johann Bartholome R.», in AJb 118, 1990, 5-53
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Lebensdaten ≈︎ 5.6.1810 ✝︎ 21.12.1893