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Zihl

Fluss am Jurasüdfuss. 817 Tela, französisch Thielle. Die Zihl, die aus dem Zusammenfluss der Orbe und des Talent entsteht, setzt sich aus drei Teilstücken zusammen, nämlich dem Zufluss zum Neuenburgersee, der Verbindung Neuenburgersee-Bielersee und dem Abfluss aus dem Bielersee.

An den Ufern der Zihl liegen mehrere neolithische, bronze-, eisen- und römerzeitliche Fundorte (Gals, Orpund, La Tène, Thielle-Wavre). Den Flusslauf kreuzten Transitwege vom Mittelland zum Jura mit Brücken bei La Tène, Zihlbrücke, Cornaux-Les Sauges und Aegerten-Brügg. Am Ausfluss aus dem Bielersee lag der spätrömische Hafen Port. 817 schenkte Kaiser Ludwig der Fromme die Fischenz bei Bürglen der Kirche in Lausanne. Im 13. Jahrhundert verfügten die Grafen von Neuenburg über die Fischereirechte in der Zihl und vergabten 1212-1220 Rechte an die Abteien Gottstatt und St. Johannsen. Wo kein Sonderrecht galt, durften Bewohner der Uferdörfer fischen. Ab dem 16. Jahrhundert unterstand die Zihlfischerei bernischen Reglementen und bernischer Aufsicht. Besonders verbreitet war die Fischerei am Unterlauf. Zwischen den Seen und bis zur Einmündung in die Aare bei Meienried war die Zihl schiffbar, sie wurde aber auch zwischen Yverdon und Orbe befahren (Entreroches-Kanal). Ab 1826 verkehrten Dampfschiffe zwischen den Seen, ab 1855 auch bis Solothurn. Im 19. Jahrhundert nahmen die Überschwemmungen der Zihl zu, vor allem weil diese von der Aare rückgestaut wurde. Die Juragewässerkorrektionen (1868-1891, 1962-1973) schafften Abhilfe. Der Bau und die Verbreiterung des Zihl- und des Nidau-Büren-Kanals brachten volkswirtschaftlichen Nutzen (Landgewinn, Schifffahrt) und förderten reiche archäologische Funde zutage.

Quellen und Literatur

  • P. Aeschbacher, Gesch. der Fischerei im Bielersee, 1923
  • J. Heyd, Thielle-Wavre, 1987
  • H. Schwab et al., Les Celtes sur la Broye et la Thielle, 1989
  • R. Wyss, Gewässerfunde aus Port und Umgebung, 2002
  • La Tène, Ausstellungskat. Biel, 2007, 28-33
Weblinks
Normdateien
GND
Kurzinformationen
Endonyme/Exonyme
Thièle (Französich)
Thielle (Französisch)
Zihl (Deutsch)

Zitiervorschlag

Anne-Marie Dubler: "Zihl", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 26.02.2014. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/008760/2014-02-26/, konsultiert am 02.12.2022.