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Sustenpass

Der S. verbindet Meiringen im bern. Haslital mit dem urner. Wassen. Trotz röm. Münzfunden und dem Zoll in Wassen hatte der Pass bis ins 20. Jh. vornehmlich lokalen Charakter. Auf dem Pass gab es nie eine Sust. Transithandelsverkehr wies er nur auf, wenn die Grimsel-Gries-Route unpassierbar war. Die spärl. Quellenlage widerspiegelt seine untergeordnete Bedeutung. Während der Glaubenswirren errichteten Bern und Uri Befestigungen am S., so etwa 1710 die Meienschanze. In napoleon. Zeit blieb die Grenze zum damals franz. Wallis gesperrt, so dass Bern und Uri ab 1811 an einer Fahrstrasse bauten. Mit der Wiedereröffnung des Grimselsaumwegs gerieten die Arbeiten jedoch ins Stocken. Uri konzentrierte seine Kräfte auf die Gotthardfahrstrasse, Bern stellte den Bau 1823 ein. Die Sustenpassstrasse - sie wäre nach dem Simplon die zweite Alpenstrasse der Schweiz gewesen - blieb unvollendet. Finanziell war das Unternehmen ein Fiasko, hatte der Bau doch über ein Jahrzehnt lang einen beträchtl. Teil des öffentl. Investitionsvolumens der beiden Kantone beansprucht, ohne dass ein volkswirtschaftl. Nutzen daraus entstand. Erst ca. 120 Jahre später erlaubte das Zusammenspiel der drei Interessenlagen Tourismusförderung, Arbeitsbeschaffung im Berggebiet und militärstrateg. Konzepte die Realisierung einer neuen Sustenpassstrasse. Der S. stellte das gewichtigste Bauprojekt dar, das aufgrund des Bundesbeschlusses über den Ausbau der Alpenstrassen von 1935 möglich wurde. Der Bau 1939-46 folgte einem ästhet. Programm, das unter dem Einsatz von möglichst viel Handarbeit, Verwendung lokaler Materialien und Granitverblendung der Strasse einen kunsthandwerkl. Charakter verleihen sollte. Seither behauptet der S. seinen festen Platz im automobilen Ausflugstourismus.

Quellen und Literatur

  • IVS Dok. BE 15
  • W. Zschokke, Die Strassen in der vergessenen Landschaft, 1996
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Verkehr / Pass