de fr it

Bozen

Hauptstadt der oberital. Provinz B. im Etschtal, am Schnittpunkt wichtiger Alpenstrassen. In röm. Zeit lag B. im südl. Grenzgebiet der Provinz Raetia. Im MA lief über die Stadt ein reger Waren- und kultureller Austausch zwischen dem Adriaraum mit Venedig und dem Nordtirol (über den Brenner) bzw. Graubünden (durch den Vinschgau und über den Ofenpass). Im SpätMA war B. zeitweise Residenz österr. Herzöge, die hier des Öftern urkundeten, u.a. mit den Herren von Ramosch über die Burg Ramosch (1365), mit Eglolf von Ems über die Pfandsumme für Weesen und Glarus (1370) sowie mit Gf. Friedrich VII. von Toggenburg über die Tilgung österr. Schulden (1403). Der berühmte Markt von B. zog im SpätMA Besucher aus dem Venezianischen wie aus Graubünden an. In der Neuzeit lockerten sich die Beziehungen. Mit einem Projekt Andreas Rudolf von Plantas für eine West-Ost-Bahn Chur-B.-Triest als Kern einer Linie Paris-Konstantinopel hätten um 1880 die alten Verbindungen reaktiviert werden sollen. Allein trotz Unterstützung der Bozener Handelskammer konnte sich die Idee nicht gegen die Arlbergbahn durchsetzen.

Quellen und Literatur

  • R. Thommen, Urk. zur Schweizer Gesch. aus österr. Archiven 1, 1899
  • Pieth, Bündnergesch., 469
Weblinks
Weitere Links
e-LIR

Zitiervorschlag

Bundi, Martin: "Bozen", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 27.12.2002. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/008992/2002-12-27/, konsultiert am 25.10.2020.