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JohannesNiederer

1.1.1779 Lutzenberg, 2.12.1843 Genf, ref., von Lutzenberg. Sohn des Hans Jakob, Zimmermanns, und der Katharina Jacob. 1814 Rosette Kasthofer (->). Dorfschule in Lutzenberg, zusätzl. Sprachunterricht in Wolfhalden, 1794-96 Theologiestud. in Basel. 1798-1800 Pfarrer in Bühler, 1800-03 in Sennwald. Nach früheren Begegnungen und mehrjährigem Briefwechsel schloss sich N. 1803 Johann Heinrich Pestalozzi an; während vierzehn Jahren arbeitete er in Pestalozzis Instituten in Burgdorf, Münchenbuchsee und Yverdon. Er vermittelte und verteidigte die Anliegen seines Meisters, als dessen Jünger er sich sah; in dieser Zeit entstanden zahlreiche Veröffentlichungen, welche N. Anerkennung im Kreis um Pestalozzi und im deutschsprachigen Ausland verschafften. 1813 erhielt er das Doktorat der Univ. Tübingen, 1815 das Ehrendoktorat der Hochschule Giessen. Anhaltende Konflikte und unterschiedl. Auffassungen in Fragen der Institutsleitung führten 1817 zur Trennung von Pestalozzi im Streit; N. wechselte in der Folge ans Töchterinstitut seiner Frau, das 1838 nach Genf umzog. Er führte einen mehrjährigen Prozess gegen Pestalozzi und dessen Mitarbeiter Joseph Schmid. N. galt bereits zu Lebzeiten als wichtigster Mitarbeiter und Schüler Pestalozzis, der dessen sozialpolit. Auffassungen und pädagog. Erneuerungen philosophisch begründete und gegen Kritik behauptete; eine Reihe von Büchern und Streitschriften belegen die fachl. und sprachl. Gewandtheit des Theologen, Philosophen und Pädagogen.

Quellen und Literatur

  • Das Pestalozz. Institut an das Publikum, 1811
  • Schliessl. Rechtfertigung des Pestalozz. Instituts gegen seine Verläumder [...], 1813
  • Erziehungswesen, 1832
  • Doctor Johannes N.s Briefe von 1797 bis 1803 an seinen Freund Tobler, 1845, hg. von R. Niederer
  • J. Gruntz-Stoll, Appenzeller Schüler und Gehilfen Pestalozzis, 1985
  • J. Gruntz-Stoll, «Pestalozzi und Pestalozzianer», in Gesch. der Erziehung und Schule in der Schweiz im 19. und 20. Jh., hg.von H. Badertscher, H.-U. Grunder, 1997, 165-199
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