de fr it

AlexandreVinet

Postumes Porträt des reformierten Theologen. Emailmalerei von Charles-Louis Glardon, 1884 (Musée historique de Lausanne).
Postumes Porträt des reformierten Theologen. Emailmalerei von Charles-Louis Glardon, 1884 (Musée historique de Lausanne).

17.6.1797 Ouchy, 4.5.1847 Clarens, reformiert, von Crassier. Sohn des Marc, Sekretärs des Waadtländer Departements des Innern, und der Jeanne-Etiennette Baud. 1819 Sophie-Germaine-Auguste de La Rottaz, Tochter des Jean-Rodolphe. 1812-1815 Studium der Geisteswissenschaften und 1815-1817 der Theologie an der Akademie Lausanne, 1819 Ordination. 1817-1837 Französischlehrer am Pädagogium Basel, 1819-1835 ausserordentlicher und 1836-1837 ordentlicher Professor für französische Literatur an der Universität Basel, 1837-1845 Professor für praktische Theologie an der Akademie Lausanne. Als pädagogischer Vorreiter setzte sich Alexandre Vinet 1819 für die Gründung der Ecole supérieure de jeunes filles ein, die später in Ecole Vinet umbenannt wurde und noch Anfang des 21. Jahrhunderts existierte. Geprägt von der Erweckungsbewegung (Réveil) war Vinet ein eloquenter Prediger, der über seine Korrespondenz eine echte geistige Führerschaft entfaltete. Als Literaturliebhaber publizierte er 1829-1830 seine berühmte Chrestomathie française sowie literaturkritische Artikel, die ihn zum Ratgeber zahlreicher Schriftsteller machten. Die 1845 von der neuen radikalen Regierung des Kantons Waadt erlassenen Massnahmen zur Beschränkung der Religionsfreiheit bewogen mehr als hundert Pfarrer zur Demission; auch Vinet gab seine Professur auf. Durch seine Werke, insbesondere die Schriften Mémoire en faveur de la liberté des cultes (1826) und Essai sur la manifestation des convictions religieuses (1842), wurde er zum Vordenker der Generation, die 1847 die Evangelische Freikirche des Kantons Waadt gründete. Vinet war der bedeutendste reformierte Theologe französischer Sprache im 19. Jahrhundert. Ehrendoktor der geisteswissenschaftlichen und der theologischen Fakultät von Basel (1826 bzw. 1837) sowie der theologischen Fakultät von Berlin (1846).

Quellen und Literatur

  • Teilnachlässe in: Stadtarchiv Lausanne, Bibliothèque cantonale et universitaire Lausanne und Staatsarchiv Basel-Stadt, Basel
  • J.-J. Maison, La direction spirituelle d'Alexandre Vinet au miroir de sa correspondance, 2 Bde., 1989 (mit Werkverzeichnis)
  • B. Reymond, A la redécouverte d'Alexandre Vinet, 1990
  • Alexandre Vinet, l'éloquence, la morale, la passion, hg. von D. Jakubec, 1997
  • "Jeter l'ancre dans l'éternité", hg. von N. Lamamra, D. Maggetti, 1997
Weblinks
Normdateien
GND
VIAF