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Johann JakobWehrli

Notation von Abendlied der Wehrliknaben des Komponisten Ferdinand Fürchtegott Huber, um 1830 (Kantonsbibliothek Vadiana St. Gallen).
Notation von Abendlied der Wehrliknaben des Komponisten Ferdinand Fürchtegott Huber, um 1830 (Kantonsbibliothek Vadiana St. Gallen). […]

6.11.1790 Eschikofen (heute Gemeinde Hüttlingen), 15.3.1855 Andwil (TG), reformiert, von Eschikofen. Sohn des Thomas, Schulmeisters, und der Anna Barbara Scher. 1830 Anna Schlunegger, verwitwete Kunz, Tochter des Christian, Lehrers. Johann Jakob Wehrli besuchte die Stadtschule in Frauenfeld und 1807 einen Fortbildungskurs für Landschullehrer. 1807-1808 und 1808-1809 arbeitete er als Schulvikar in Leutenegg (Gemeinde Schönholzerswilen), 1810-1833 als Lehrer der Armenschule an Philipp Emanuel von Fellenbergs Institut Hofwil, wo er Schulunterricht mit Handarbeit verband. Nach dem Hofwiler Vorbild nannte man vergleichbare Versuche in Europa fortan "Wehrli-Schulen". 1833 berief der thurgauische Erziehungsrat Wehrli zum ersten Seminardirektor des Lehrerseminars Kreuzlingen, das einen zweijährigen Lehrgang anbot. 1839 errichtete er innerhalb des Lehrerseminars eine landwirtschaftliche Knabenschule, die später selbstständig wurde. Bis weit in die 1840er Jahre war Wehrli die anerkannte Leitfigur der thurgauischen Schule. In Guggenbühl (Gemeinde Andwil) gründete er 1853 ein privates Erziehungsinstitut und realisierte damit eine Idee, die Johann Heinrich Pestalozzi schon bei seinem Versuch auf dem Neuhof vor Augen hatte. Sein auf Anschaulichkeit basierender, gestuft angelegter, sich stetig entwickelnder Schulunterricht sowie die landwirtschaftliche Ausbildung für künftige Lehrkräfte wurden aber nach 1848 von Vertretern einer modernen, das heisst weniger volkstümlich ausgerichteten Auffassung des Lehrerberufs skeptisch beurteilt. Wehrli war Vorstandsmitglied der Thurgauischen Gemeinnützigen Gesellschaft sowie 1835 Mitgründer und Präsident der kantonalen Landwirtschaftlichen Gesellschaft.

Quellen und Literatur

  • StATG, Nachlass
  • O. Hunziker, Joh. Jakob Wehrli als Armenerzieher und Seminardirektor, 1857
  • E. Weinmann, Das Seminar Kreuzlingen, 1833-1933, 1933, 11-76
  • K. Guggisberg, Philipp Emanuel von Fellenberg und sein Erziehungsstaat 2, 1953, 260-264
  • H.A. Schmid, 150 Jahre Thurg. Lehrerseminar Kreuzlingen, 1983
Weblinks
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VIAF

Zitiervorschlag

Erich Trösch: "Wehrli, Johann Jakob", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 14.10.2013. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/009089/2013-10-14/, konsultiert am 17.04.2024.