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Giachen CasparMuoth

29.9.1844 Breil/Brigels, 6.7.1906 Chur, kath., von Breil/Brigels. Sohn des Gion Mattiu, Bauern, und der Maria Monica Cristgina geb. Tuor. Ledig. Grundschule in Breil/Brigels, 1859-60 Stadtschule in Feldkirch, 1861-62 Realklasse der Klosterschule Disentis, 1863-64 Gymnasium am Kollegium Schwyz, 1865-67 deutschsprachiges Gymnasium in Freiburg, 1867-68 Studien in Lausanne, 1868-73 Stud. der Geschichte, Philologie und Philosophie an der Univ. München. 1873-1905 wirkte M. als Prof. für Geschichte, Deutsch und alte Sprachen (ab 1895 auch des Rätoromanischen) an der Kantonsschule Chur. Seinen Ruhm als Dichter begründete er 1868 mit seiner Idylle "Las spatlunzas" (publiziert 1872). Bäuerl. Alltag inspirierte ihn auch zu den Idyllen "A mesiras" (1896) und "Il Gioder" (1886). Aus der Geschichte schöpfte M. Stoff für seine Balladen "La vusch de S. Gliezi" (1872), "La dertgira nauscha de Vallendau (1450)" (1882), "Igl eremit S. Sigisbert" (1885), "Il tirann Victor" (1887) und "La vendetga dils Grischs" (1893). M.s Hauptwerk ist "Il Cumin d'Ursèra de 1425" (1896). Mit sprachl. Fragen befasste sich M. in den Werken "Romontsch u Tudesc" (1893) und "Grammatica romontscha-tudestga [...]" (1890). Seiner Sorge um das Rätoromanische verlieh er im Gedicht "Al pievel romonsch" (1887) Ausdruck. M. vertrat eine sprachlich-volkskundlich orientierte Geschichtswissenschaft und galt als Autorität auf dem Gebiet der Bündner Geschichte des MA ("Churrätien in der Feudalzeit" 1902) und als inspiriertester epischer rätorom. Dichter des 19. Jh. Er wurde auch als prenci-poet (Dichterfürst) bezeichnet.

Quellen und Literatur

  • Ovras da Giacun Hasper M. en 6 toms, hg. von I. Camartin, L. Tuor, 1994-2000
  • Bezzola, Litteratura, 344-356
  • G. Deplazes, Funtaunas 3, 1990, 142-154
  • G. Deplazes, Die Rätoromanen, 1991, 115-146
  • G. Deplazes, «Giacun Hasper M. 1844-1906», in La spina ella spatla, 2001, 61-84
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Lebensdaten ∗︎ 29.9.1844 ✝︎ 6.7.1906