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ClaudeGoretta

Plakat zum Filmstart von L'invitation in der Schweiz. Grafische Gestaltung von Jean-Pierre Arlaud, Genf 1973 (Sammlung Cinémathèque suisse, alle Rechte vorbehalten).
Plakat zum Filmstart von L'invitation in der Schweiz. Grafische Gestaltung von Jean-Pierre Arlaud, Genf 1973 (Sammlung Cinémathèque suisse, alle Rechte vorbehalten).

23.6.1929 Le Petit-Saconnex (heute Gem. Genf), 20.2.2019 Genf, ref., von Carouge (GE). Sohn des Jean Louis, Bankprokuristen, und der Julie Louise geb. Seemüller. Bruder des Jean-Pierre (->). Jusstud. an der Univ. Genf. 1952 gründete G. zusammen mit Alain Tanner einen Ciné-Club und betätigte sich als Filmkritiker. 1955-56 absolvierte er eine Stage am British Film Institute in London und wirkte als Assistent am National Film Theatre. In London produzierte er mit Alain Tanner 1957 den Kurzfilm "Nice Time", der am Filmfestival Venedig ausgezeichnet wurde. 1958 kehrte er in die Schweiz zurück und begann seine Laufbahn als Fernsehproduzent beim Westschweizer Fernsehen. 1968 war er bei den Gründern der Filmproduktionsgemeinschaft Groupe 5 (Koproduktion mit dem Fernsehen). Ab 1968 lebte er als Film- und Fernsehproduzent für 18 Jahre in Paris und wirkte auch in Belgien und Italien. Am Fernsehen schaffte er sich als feinfühliger Produzent von Reportagen, Dokumentarfilmen, Literaturverfilmungen, Theateradaptionen und Fernsehspielen einen internat. Namen.

1970 präsentierte G., der zu den Hauptvertretern des neuen Schweizer Films zählt, mit "le fou" seinen ersten Kinospielfilm. Darauf folgten u.a. "L'invitation", der 1973 beim Filmfestival in Cannes mit dem Spezialpreis der Jury ausgezeichnet wurde. Breite internat. Anerkennung fanden auch "La dentellière" (Preis der ökumen. Jury am Filmfestival in Cannes, 1977), "La mort de Mario Ricci" (1983), und die Ramuz-Verfilmung "Si le soleil ne revenait pas" (1987). 1998 wurde er an den Solothurner Filmtagen mit einer Retrospektive geehrt. In den 1990er Jahren produzierte G. hauptsächlich fürs Fernsehen, so Beiträge zu einer Maigret-Serie, dann "Le chagrin des Belges" (1994), "Le dernier chant" (1995), "Vivre avec toi" (1996) oder der äusserst erfolgreiche "Le dernier été" (1997). G. interessierte sich in seinen Arbeiten besonders für einfache Leute, Kleinbürger oder Fremde, die oft an Kommunikationsschwierigkeiten leiden und sich den Normen der Gesellschaft verweigern.

Quellen und Literatur

  • F. Buache, Le cinéma suisse francophone, 1985
  • NZZ, 25.6.1999
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Kurzinformationen
Lebensdaten ∗︎ 23.6.1929 ✝︎ 20.2.2019