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WalterMarti

10.7.1923 Zürich, 21.12.1999 Zürich, von Zürich und Othmarsingen. Sohn des Walter, Pfarrers, dann Journalisten, und der Clara Marie geb. Jaquet. 1947 Suzanne Paschoud. Stud. der Romanistik, Kunstgeschichte und Geschichte in Zürich. M. gehörte zu den aktivsten Triebkräften des neuen Schweizer Films und war ein Pionier des Schweizer Dokumentarfilms. 1953 gründete er die Firma Teleproduction. Mit seiner Arbeitspartnerin und Weggefährtin Reni Mertens realisierte er insbesondere "Krippenspiel" (1. Version 1953, 2. Version 1962), "Rhythmik" (1956, Preis der Stadt Zürich), "Am Bach" (1958) und "Im Schatten des Wohlstandes" (1961). 1962 gehörte er zu den Gründern des Verbands Schweiz. Filmgestalter (seit 1998 Verband Filmregie und Drehbuch Schweiz). Für die Expo 64 produzierte M. mit Mertens "Les apprentis" von Alain Tanner, anschliessend Filme von Rolf Lyssy und Jean-Jacques Lagrange. "Ursula oder das unwerte Leben" (1966, zahlreiche Auszeichnungen) ist das bedeutendste Werk der Produzenten und Regisseure M. und Mertens. Es steht am Anfang einer Reihe von Filmen über Behinderte und Aussenseiter. In den folgenden Jahren kämpfte M. an vorderster Front für den neuen Schweizer Film und realisierte u.a. "Die Selbstzerstörung des Walter Matthias Diggelmann" (1973) und "Flamenco vivo" (1985). Sein geistiges Vermächtnis ist Requiem (1995), ein Mahnmal für die Opfer der Kriege des 20. Jahrhunderts.

Quellen und Literatur

  • R. Dindo, A. Zimmermann, Reni Mertens, Walter M., 1983
  • I. Lambelet, Reni Mertens, Walter M., cinéastes, 1989
  • C. Hübner, Ins Offene ... Dokumentarisch Arbeiten 2, (Gespräche mit Werkverz.)
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Kurzinformationen
Lebensdaten ∗︎ 10.7.1923 ✝︎ 21.12.1999

Zitiervorschlag

Dimitriu, Christian: "Marti, Walter", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 17.09.2009, übersetzt aus dem Französischen. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/009208/2009-09-17/, konsultiert am 25.11.2020.