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MariaFierz

Maria Fierz, fotografiert um 1950 (Archiv Gosteli-Foundation, Worblaufen).
Maria Fierz, fotografiert um 1950 (Archiv Gosteli-Foundation, Worblaufen).

27.3.1878 Richterswil, 13.9.1956 Oberrieden, reformiert, von Zürich. Tochter des Carl Fierz-Landis und der Hedwig geborene Landis. Ledig. Maria Fierz wuchs in Zürich auf. Weil ihr die Familie die Erlaubnis zum Studium verweigerte, liess sie sich 1901-1903 in London zur Sozialarbeiterin ausbilden. Anschliessend war sie in Zürich für den Gemeinnützigen Frauenverein tätig und absolvierte ein Praktikum bei der städtischen Einwohnerarmenpflege. 1908 führte Fierz mit Mentona Moser den ersten Fürsorgekurs für Frauen durch. Von da an förderte sie die Professionalisierung der Sozialarbeit. 1917 übernahm sie die Leitung der Frauenzentrale Zürich und entfaltete als deren Präsidentin bis 1944 eine rege Tätigkeit bei der Koordination von weiblichen Hilfsaktionen und Anstrengungen zur Verbesserung der Berufsbildung und der Arbeitsbedingungen von Frauen (Mädchenerziehung). Ferner gründete sie nach dem Landesstreik 1918 die Frauengruppen von Zürich. Sie beabsichtigte damit, zur Überwindung der Klassengegensätze beizutragen. Mit ihrer Lebensgefährtin Marta von Meyenburg initiierte Fierz die Gründung der 1921 in Zürich eröffneten Sozialen Frauenschule, deren Vorstand sie bis 1948 angehörte. 1928 wurde sie in die Kommission für Armenpflege der Stadt Zürich gewählt. Alarmiert durch den Frontenfrühling, rief Fierz 1933 zum Zusammenschluss der Frauenorganisationen in der Arbeitsgemeinschaft Frau und Demokratie auf. Als deren Präsidentin organisierte sie Tagungen und Vorträge zur Abwehr antidemokratischer Tendenzen. 1935-1940 gehörte sie auch dem Vorstand des Bundes Schweizerischer Frauenvereine an. Obwohl der Schwerpunkt ihrer öffentlichen Aktivität im sozialen Bereich lag, setzte sich Maria Fierz stets auch für die politische Gleichberechtigung der Frauen ein (Frauenstimmrecht). Sie war überzeugte Pazifistin und stand dem religiösen Sozialismus nahe.

Quellen und Literatur

  • Neue Zürcher Zeitung, 18.9.1956 (Nachruf).
  • Schweizer Frauenblatt, 21. und 28.9.1956.
  • von Meyenburg, Marta: Aus dem Leben von Maria Fierz, 1878-1956, 1957 (zusammengestellt auf Wunsch der Verstorbenen).
Weblinks
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Kurzinformationen
Lebensdaten ∗︎ 27.3.1878 ✝︎ 13.9.1956

Zitiervorschlag

Ludi, Regula: "Fierz, Maria", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 12.01.2005. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/009298/2005-01-12/, konsultiert am 23.04.2021.