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MarieGoegg-Pouchoulin

Fotografie, 1858 (Archiv Gosteli-Foundation, Worblaufen).
Fotografie, 1858 (Archiv Gosteli-Foundation, Worblaufen).

24.5.1826 Genf, 24.3.1899 Genf, ref., von Genf. Tochter des Jean Pouchoulin, Uhrmachers, und der Andrienne geb. Pautex. 1) 1845 Marc Mercier, Kaufmann, 2) 1856/57 Amand Goegg (->). G. wuchs in Genf auf. Ende der 1840er Jahre kam sie mit dt. Revolutionsflüchtlingen in Kontakt und begeisterte sich für das radikal-demokrat. Gedankengut. Sie lernte ihren späteren Ehemann, den bad. Revolutionsführer Amand G. kennen, mit dem sie einige Jahre im Exil in London verbrachte und ab 1862 im dt. Baden lebte. Zurück in Genf war G. ab 1867 für die von ihrem Gatten mitbegründete Internat. Liga für Frieden und Freiheit tätig. Sie wurde 1868 ins Zentralkomitee gewählt und redigierte die neue Zeitung "Les Etats-Unis d'Europe", worin sie 1868 einen Aufruf zur Bildung von Frauenkomitees veröffentlichte. Obwohl ihr Vorstoss nur wenige, v.a. intellektuelle Frauen ansprach, konstituierte sich noch im gleichen Jahr unter dem Vorsitz von G. in Genf die Association internationale des femmes. Die Organisation strebte die Gleichstellung der Geschlechter im Bildungswesen, im Erwerbsleben und in rechtl. Belangen an. Bis 1871 versah G. das Präsidium, trat dann aber zurück, weil die Mehrheit der Mitglieder ihrem radikalen Kurs nicht mehr folgte. Mit Julie von May gründete sie 1872 in Bern die Association pour la défense des droits de la femme, die nach ihrem Publikationsorgan "Solidarité" benannt wurde. Diese setzte das emanzipator. Programm ihrer Vorläuferorganisation fort und konzentrierte sich v.a. auf Vorstösse für die zivilrechtl. Gleichstellung der Schweizerinnen. Ferner erreichte eine von G. initiierte Frauenpetition 1872 die Zulassung von Frauen an die Univ. Genf. G. leitete vorerst das Genfer Lokalkomitee, 1875 wurde sie zur Präsidentin der Solidarité gewählt. 1880 sah sie sich gezwungen, die Organisation wegen mangelnder Gefolgschaft aufzulösen und das Erscheinen der Zeitschrift einzustellen. Trotzdem blieb G. bis zu ihrem Tod der Frauenbewegung verbunden, ohne jedoch nochmals eine führende Rolle zu spielen. 1886 wurde sie in den Administrativrat der Fédération abolitionniste internationale gewählt, nachdem sie bereits ab 1877 enge Kontakte zu dieser Organisation gepflegt hatte. Als Vizepräsidentin der 1891 gegr. Union des femmes de Genève garantierte sie Kontinuität innerhalb der fortschrittl. Frauenbewegung. G., eine Pionierin des egalitären Feminismus, wurde zur Symbolfigur für den progressiven Flügel der Frauenbewegung in der Westschweiz. Mit der Gründung einer Internationale der Frauen hatte sie auch über die Landesgrenzen hinaus zukunftsweisende Impulse gegeben.

Quellen und Literatur

  • P. Chaponnière-Chaix, «Une Pionnière du Mouvement féministe dans la Suisse romande», in Jb. der Schweizerfrauen, 1916, 139-146
  • S. Woodtli, Gleichberechtigung, 21983, 24-49
  • B. Mesmer, Ausgeklammert-Eingeklammert, 1988, 88-110
  • Marie Goegg, hg. von B. Rahm, 1993
  • A. Anteghini, Parità, pace, libertà, 1998
  • Pionnières et créatrices en Suisse romande, 2004, 158-161
Weblinks
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Kurzinformationen
Variante(n)
Marie Goegg (Ehename)
Marie Pouchoulin (Taufname)
Lebensdaten ∗︎ 24.5.1826 ✝︎ 24.3.1899