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Witzwil

Straf- und Erziehungsanstalt in der politischen Gemeinde Ins BE.

Aus der Konkursmasse der 1870 gegründeten Landwirtschaftlichen Gesellschaft von Witzwil erwarb der Kanton Bern 1891 800 ha Land im Grossen Moos und errichtete darauf als Ersatz für die aufgehobene Strafanstalt Bern die Anstalt Witzwil. Sie stand 1895-1937 unter der Leitung von Johann Otto Kellerhals, einem Pionier des landwirtschaftlichen Strafvollzugs. Die Errichtung von Verwaltungs-, Zellen- und Ökonomiebauten, die Erschliessung der Domäne mit Strassen und einem Geleiseanschluss an die Bern-Neuenburg-Bahn sowie die Urbarisierung des Mooses sind Leistungen, die von den Strafgefangenen über Jahre hinweg erbracht wurden. Im Zweiten Weltkrieg wurde auf dem Gelände Torf abgebaut. Betrieben wird Acker-, Zuckerrüben- und Gemüsebau sowie Viehwirtschaft. Mit 825 ha (inklusive 110 ha Alp) ist Witzwil zu Beginn des 21. Jahrhunderts der grösste Landwirtschaftsbetrieb der Schweiz: Er umfasst die Strafanstalt, die Arbeitserziehungsanstalten Lindenhof, Eschenhof (Halbfreiheit) und Nusshof (Arbeiterheim für Entlassene) sowie verschiedene Siedlungen für Angestellte. Die bernischen Anstalten in Witzwil gehören seit 1959 zum Konkordat zur Planung des Strafvollzugswesens der Nordwest- und Innerschweiz.

Quellen und Literatur

  • C.F. Janiak, Die Anstalten in Witzwil BE, 1976
  • 100 Jahre Anstalten Witzwil: 1895-1995, 1995

Zitiervorschlag

Anne-Marie Dubler: "Witzwil", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 29.11.2012. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/009311/2012-11-29/, konsultiert am 03.03.2024.