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MentonaMoser

19.10.1874 Badenweiler (Baden, D), 10.4.1971 Köpenick (Ostberlin), ref., von Schaffhausen. Tochter des Heinrich (->) und der Fanny geb. von Sulzer-Wart. Schwester der Fanny (->), Halbschwester des Henri (->). 1909 Hermann Balsiger, Beamter und Sozialdemokrat. M. wuchs in Badenweiler und auf Schloss Wart bei Winterthur auf, 1887 übersiedelte die Fam. ins Schloss Au am Zürichsee. Gegen den Willen der Mutter belegte sie als Hospitantin Vorlesungen über Zoologie an der Univ. Zürich. Dann besuchte M. in London ein Mädchenpensionat und arbeitete als Hilfslehrerin an Abendschulen und als Pflegerin in einem Spital. Im Verlangen, die Lebensumstände der Arbeiterklasse zu verbessern, wurde sie zur überzeugten Sozialistin. Nach ihrer Rückkehr in die Schweiz 1903 widmete sich M. ganz der Sozialarbeit, sie hielt Vorträge über Wohlfahrt und Kinderfürsorge, gründete einen Blindenverein, plante Arbeitersiedlungen und Kinderspielplätze und war Mitgründerin der Fürsorgestelle für Tuberkulose. 1907 trat sie der SP bei. Daneben pflegte sie Freundschaften mit Herman Greulich, Ferdinand Hodler und später mit Fritz Platten. Nach ihrer Scheidung 1917 nahm sie wieder ihren Mädchennamen an. Mit grossem Interesse verfolgte M. die polit. Umwälzungen in Russland und trat 1919 zu den Altkommunisten über. Während fünf Jahren amtierte sie als Leiterin der Mütter- und Säuglingsfürsorge der Pro Juventute. Danach hielt sie sich in Russland und Berlin auf. Sie war Schweizer Delegierte beim Exekutivkomitee der Komintern, gründete ein Kinderheim in der Nähe von Moskau und schloss Bekanntschaft mit der dt. Politikerin Clara Zetkin. Der Aufstieg der NSDAP behinderte und verunmöglichte schliesslich M.s Aktivitäten für die kommunist. Partei in Berlin und führte zum Verlust eines Teils ihres Vermögens. 1934 flüchtete M. in die Schweiz und liess sich in Morcote nieder. Die Kriegsjahre verlebte sie in Zürich. 1950 erhielt M. das Ehrenbürgerrecht der DDR, übersiedelte daraufhin nach Berlin und trat der SED bei. 1959 Trägerin der Clara-Zetkin-Medaille.

Quellen und Literatur

  • Unter den Dächern von Morcote, 1985, (postum)
  • R.N. Balsiger, «Mentona M.», in SchBeitr. 58, 1981, 179-192
  • Le Komintern: l'histoire et les hommes, hg. von J. Gotovitch, M. Narinski, 2001, 433
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Lebensdaten ∗︎ 19.10.1874 ✝︎ 10.4.1971