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HeleneStucki

Die Pädagogin Helene Stucki (Dritte von links), umgeben von Seminaristinnen, auf einer Patentreise in die Provence. Fotografie, 1951 (Archiv Gosteli-Foundation, Worblaufen).
Die Pädagogin Helene Stucki (Dritte von links), umgeben von Seminaristinnen, auf einer Patentreise in die Provence. Fotografie, 1951 (Archiv Gosteli-Foundation, Worblaufen).

22.9.1889 Bern, 21.11.1988 Bern, von Konolfingen. Tochter des Gottlieb Stucki, Lehrers, und der Marie Luise geborene Rothacher, Lehrerin. Schwester des Walter Stucki, Diplomaten. Ledig. Helene Stucki war 1908-1911 als Primarlehrerin tätig, erwarb 1913 das Sekundarlehrerpatent und unterrichtete nach einem Auslandsaufenthalt ab 1916 an der Sekundar- und Fortbildungsschule der Mädchenschule Monbijou in Bern. 1931 verbrachte sie ein Studiensemester in Wien. Im gleichen Jahr wurde sie als Lehrerin für Pädagogik, Psychologie und Methodik an das Lehrerinnenseminar Marzili gewählt, wo sie die Übungsschule und Landpraktika für Seminaristinnen einführte. Nach ihrer Pensionierung 1960 baute sie an der Frauenschule der Stadt Bern die Kurse für Heimerzieherinnen auf. Neben ihrem Beruf engagierte sich Stucki in der Erwachsenenbildung und entfaltete eine umfangreiche publizistische Tätigkeit. Gemeinsam mit Heinrich Kleinert und anderen gab sie 1950 das Lexikon der Pädagogik heraus. Stucki befasste sich mit Fragen der Kinderpsychologie und Methodik und setzte sich vor allem für eine fortschrittliche Mädchen- und Lehrerinnenbildung ein (Mädchenerziehung, Berufsbildung). Als entschiedene Verfechterin der politischen Rechte der Frau (Frauenstimmrecht) setzte sich Stucki für die Frauenbewegung ein. 1928 leitete sie die Gruppe Erziehung der Saffa, 1930-1939 gehörte sie dem Vorstand des Bunds Schweizerischer Frauenorganisationen (BSF) an. Der BSF, die Frauenzentrale des Kantons Bern und der Frauenstimmrechtsverein Bern verliehen ihr als Anerkennung für ihre Verdienste um die Frauenbewegung die Ehrenmitgliedschaft. 1965 erhielt Helene Stucki das Ehrendoktorat der Universität Bern.

Quellen und Literatur

  • Stucki, Helene: Die Lebensgestaltung der berufstätigen unverheirateten Frau, 1947.
  • Stucki, Helene: Die ersten Jahre. Psychologie des Kindes, seine Entwicklung und Erziehung, 1964.
  • Stucki, Helene: Dankbares Leben. Ausgewählte Ansprachen, Radiovorträge, Betrachtungen aus späten Jahren, 1971.
  • Schweizer Frauenblatt, 1965, Nr. 12.
  • Der Bund, 21.9.1979; 26.11.1988 (Nachruf).
Weblinks
Normdateien
GND

Zitiervorschlag

Bähler Lüthi, Anna: "Stucki, Helene", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 02.07.2012. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/009395/2012-07-02/, konsultiert am 27.09.2021.