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GertrudVilliger-Keller

Porträt, aufgenommen vom Lenzburger Fotografen Johann Schnurrenberger, aus dem Album Portraits von gemeinnützig tätigen Schweizerfrauen, das 1928 für die Schweizerische Ausstellung für Frauenarbeit Saffa zusammengestellt wurde (Schweizerische Nationalbibliothek).
Porträt, aufgenommen vom Lenzburger Fotografen Johann Schnurrenberger, aus dem Album Portraits von gemeinnützig tätigen Schweizerfrauen, das 1928 für die Schweizerische Ausstellung für Frauenarbeit Saffa zusammengestellt wurde (Schweizerische Nationalbibliothek).

15.8.1843 Lenzburg, 5.4.1908 Ludwigshafen, kath., später christkath., von Hünenberg und ab 1903 Ehrenbürgerin von Lenzburg. Tochter des Augustin Keller. Enkelin des Michael Traugott Pfeiffer. 1866 Fidel Villiger, Anwalt, Politiker, Sohn des Leonz (->). V. wuchs in Wettingen und Aarau auf und genoss eine umfassende Bildung. Schon in ihrer Jugend verkehrte sie im Umfeld der radikal-liberalen Parteifreunde ihres Vaters. Nach der Heirat widmete sie sich vorerst der Erziehung ihrer Kinder und war im Rahmen der lokalen Wohltätigkeit aktiv. So präsidierte sie den Gemeinnützigen Frauenverein in Lenzburg und rief 1887 die dortige Dienstbotenschule ins Leben. Ihre wichtige öffentl. Tätigkeit begann 1888 mit der Gründung des Schweiz. Gemeinnützigen Frauenvereins (SGF). 1889 wurde sie zur Zentralpräsidentin gewählt und leitete den Verband mit polit. Geschick bis an ihr Lebensende. Auf ihr Bestreben hin konzentrierte sich der SGF v.a. auf die hauswirtschaftl. Bildung und beteiligte sich am Aufbau von Haushaltungs- und Dienstbotenschulen. V. erkannte aber auch die Bedeutung der neuen Frauenberufe und unterstützte Anna Heer bei der Gründung der Pflegerinnenschule in Zürich. Unter ihrer Führung entwickelte sich der SGF rasch zum grössten und zeitweilig einflussreichsten Frauendachverband der Schweiz. Er fand 1893 Anschluss an die Schweiz. Gemeinnützige Gesellschaft und trat 1894 als Kollektivmitglied dem Schweiz. Roten Kreuz bei. Obwohl V. sich verbal von jeder polit. Tätigkeit distanzierte, verstand sie es, offizielle Anerkennung für die weibl. Leistungen im Bereich von Fürsorge und Frauenbildung zu gewinnen und den Verband am Vollzug staatl. Aufgaben zu beteiligen: Ab 1895 subventionierte der Bund die hauswirtschaftl. Bildung und 1899 übertrug das Eidg. Militärdepartement dem SGF die Vermittlung von Heimarbeit.

Quellen und Literatur

  • F.M. Huggenberg, Frauen dienen der Heimat, 1939, 31-61
  • J. Henz, «Gertrud Villiger», in Lebensbilder aus dem Aargau, 1953, 433-437
  • B. Mesmer, Ausgeklammert - Eingeklammert, 1988, 177-195
Weblinks
Normdateien
GND
Kurzinformationen
Variante(n)
Gertrud Keller (Taufname)
Gertrud Villiger (Ehename)
Lebensdaten ∗︎ 15.8.1843 ✝︎ 5.4.1908