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RolfLiebermann

Während der Expo 64 in Lausanne vor seiner "Büromaschinenmusik" (rechts) © KEYSTONE.
Während der Expo 64 in Lausanne vor seiner "Büromaschinenmusik" (rechts) © KEYSTONE. […]

14.9.1910 Zürich, 2.1.1999 Paris, isr., von Zürich. Sohn des Franz Josef Moriz, Rechtsanwalts, und der Josephine Lucie geb. Lang. 1) 1938 Rosa Simon, 2) 1950 Rosy Gioconda Schmid, 3) 1982 Jacqueline Glükmann (nicht Hélène Vida). L. studierte 1929-33 in Zürich Jura an der Universität und Musik am Privatkonservatorium von José Berr, danach Dirigieren bei Hermann Scherchen in Budapest und Wien sowie ab 1940 Komposition bei Wladimir Vogel in Ascona. 1945-50 war er Tonmeister des Studioorchesters von Radio Beromünster in Zürich, 1950-57 dort Leiter der Abt. Musik, 1957-59 dieselbe Funktion beim Norddt. Rundfunk. 1959-73 und 1985-88 war L. Intendant der Hamburg. Staatsoper, die sich unter seiner Leitung zu einem Zentrum des zeitgenöss. Musiktheaters entwickelte. Von Hamburg verabschiedete er sich mit der ersten Multimedia-Jazzoper "Cosmopolitan Greetings", die er mit George Gruntz, Allen Ginsberg und Robert Wilson produzierte. 1973-80 wirkte er als Intendant der Pariser Oper und 1983-87 als Direktor der Internat. Sommerakademie der Hochschule Mozarteum in Salzburg. L. entdeckte und förderte viele spätere Opernstars, prägte das moderne Musiktheater durch innovative Inszenierungen und war u.a. an zahlreichen Filmproduktionen (u.a. vierzehn Opernfilmen) beteiligt. Als Komponist suchte er die Verbindung von Jazz mit E-Musik und Zwölftontechnik und errang internat. Ansehen durch seine Opern "Leonore 40/45" (1952), "Penelope" (1954), "Die Schule der Frauen" (1957), "La forêt" (1987) und "Freispruch für Medea" (1998). Im Konzertsaal fand sein "Concerto for Jazzband and Symphony Orchestra" (1954) als eines der ersten sog. Third-Stream-Werke Anklang. Für die Landesausstellung 1939 komponierte er das Werk "Der schweiz. Robinson", für die Expo 1964 "Les Echanges" für 156 Büromaschinen und für die 700-Jahr-Feier der Eidgenossenschaft 1991 "3x1=CH+X". 1947 Conrad-Ferdinand-Meyer-Preis, 1957 Musikpreis der Stadt Zürich, 1971 Hans-Reinhart-Ring.

Quellen und Literatur

  • Paul-Sacher-Stiftung Basel
  • StadtA Zürich
  • J. Gourret, Le miracle L., 1980
  • G. Aurbek, Rolf L., 2001
  • TLS, 1105 f.
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