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Franz Joseph LeontiMeyer von Schauensee

10.8.1720 Luzern, 2.1.1789 Luzern, kath., von Luzern. Sohn des Joseph Leonz, Kleinrats, und der Cäcilia Rusconi. Bruder des Franz Rudolf Dietrich (->). M. besuchte ab 1731 die Schulen in Neu St. Johann, St. Gallen, Luzern und St. Urban. Nachdem er schon als Kind Gesangs- und Orgelunterricht erhalten hatte, studierte er 1740-42 in Mailand Musik. Anschliessend stand er 1742-44 als Offizier in sardin. Diensten. Nach der Rückkehr in seine Heimatstadt übte er als Grossrat kleinere Verwaltungsämter aus. 1752 legte er seine weltl. Ämter nieder, wurde Organist an der Stiftskirche St. Leodegar in Luzern (bis 1768) und erhielt kurz darauf die Priesterweihe; 1765 wurde er am selben Stift Chorherr. M. gründete 1760 ein öffentl. Musikkollegium und 1768 die Helvet. Konkordiagesellschaft, die er bis zur Einstellung ihrer Aktivitäten 1783 präsidierte. Von seiner Jugend an widmete er sich der Komposition. Neben geistl. Werken, von denen Opus 1-7 zwischen 1748 und 1764 gedruckt erschienen, schrieb er auch weltl. Stücke. Aus seinen spätbarocken bis klass. Werken ragen die "Dreichörige Festmesse für Beromünster" (1749) und das Mundartsingspiel "Die Engelberger Talhochzeit" (1781) heraus. Daneben spielte er als Organist v.a. in Schweizer Klöstern. Er verfasste ferner 1748-89 das Verzeichnis der Welt- und Ordensgeistlichkeit, das dem Luzerner Staatskalender beilag, sowie 1761-65 das "Eydgenössisch-Catholische Kirchen Regiment", das Egbert Friedrich von Mülinen die Anregung zur "Helvetia Sacra" gab.

Quellen und Literatur

  • ZHBL, Werke
  • E. Koller, Franz Josef Leonti M., 1720-1789, 1922, (mit Werkverz.)
  • F. Ernst, «Franz Joseph Leonti M. und Isaak Iselin», in BZGA 90, 1990, 119-154
  • H. Wicki, Staat, Kirche, Religiosität, 1990
  • J. Bannwart, W. Hörsch, Luzerner Pfarr- und Weltklerus, 1700-1800, 1998
Weblinks
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VIAF

Zitiervorschlag

Lischer, Markus: "Meyer von Schauensee, Franz Joseph Leonti", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 24.11.2011. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/009529/2011-11-24/, konsultiert am 21.10.2020.