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EugèneDévaud

17.5.1876 Chavannes-sous-Orsonnens, 25.1.1942 Freiburg, kath., von Chavannes-sous-Orsonnens (heute Gem. Villorsonnens). Sohn des Joseph-Isidore, Landwirts und Grossrats, und der Marie-Catherine Jacquat. Nach dem Besuch der Mittelschule in Romont und Freiburg trat er ins Priesterseminar ein und wurde 1901 zum Priester geweiht. Das Stud. an der philosoph. Fakultät der Univ. Freiburg schloss er 1905 mit einer Dissertation über die Primarschule des Kantons in der Helvetik ab; danach setzte er seine pädagog. Forschungen in Paris, Löwen, Jena und Halle fort. Nach seiner Rückkehr nach Freiburg wirkte er ab 1906 als Primarschulinspektor der Stadt, bis er 1910 zum Prof. für Pädagogik an die Universität berufen wurde. Während des 1. Weltkriegs besuchte er im Auftrag des Bundesrats und des Vatikans die Lager franz. Gefangener in Deutschland, wofür er in die Ehrenlegion aufgenommen wurde. 1923-31 leitete er im Nebenamt das Lehrerseminar von Hauterive. 1936-37 war er Rektor der Universität. Er wurde 1934 zum Ehrendomherr der Kathedrale von Freiburg, später zum Prälaten ernannt.

D. setzte sich für eine Erziehungslehre ein, deren Ziele von einem christl. Humanismus geprägt waren. Gemäss seiner Auffassung sollte die Pädagogik den regionalen Verhältnissen, in denen die Kinder leben, Rechnung tragen. An den versch. pädagog. Strömungen seiner Zeit interessierte ihn in erster Linie, inwieweit diese mit einer christl. Erziehung vereinbar waren. Als Verfechter einer aktiven Schule ist D. aus der Geschichte der europ. Pädagogik nicht mehr wegzudenken.

Quellen und Literatur

  • La lecture intelligente à l'école primaire, 1914
  • La pédagogie scolaire en Russie soviétique, 1932
  • Pour une école active selon l'ordre chrétien, 1934
  • Le système Decroly et la pédagogie chrétienne, 1936
  • Nachlässe in: StAFR, KUBF
  • A. Piller, Monsieur Eugène D. et l'Ecole primaire fribourgeoise, 1956
  • M.-T. Weber, «Le Professeur Eugène D. et quelques courants pédagogiques étrangers», in Ann. frib. 58, 1988/89, 169-187
  • M.-T. Weber, La pédagogie fribourgeoise, du concile de Trente à Vatican II, 1997
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