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ViktorCathrein

8.5.1845 Brig, 10.9.1931 Aachen, kath., von Brig. Sohn des Andreas, Inhabers eines Eisenwarengeschäfts und Regierungsstatthalters des Bez. Brig, und der Katharina geb. Venetz, von Stalden. Bruder des Emil (->). Nach dem Gymnasium am Kollegium Brig 1863 Eintritt in den Jesuitenorden in Gorheim (Sigmaringen, Baden-Württemberg), 1863-79 traditioneller Weg der Ausbildung, unterbrochen durch Lazarettdienst im Dt.-Franz. Krieg (in Koblenz) und gestört durch die Verbannung des Ordens aus dem Dt. Reich (1872); 1874-78 Stud. der Theologie in Ditton Hall bei Liverpool, 1877 Priesterweihe. Seine rund 50 Jahre dauernde Tätigkeit auf dem Gebiet der Moralphilosophie und des Naturrechts begann C. als Professor an den Ausbildungsstätten des Ordens im niederländ. Exil: 1882-85 Blijenbeek, 1885-94 Exaeten, 1894-1910 Valkenburg. Seine lat. Vorlesungen veröffentlichte er im Handbuch "Philosophia moralis", das sich durch systemat. Klarheit auszeichnete und besonders in rom. Ländern weite Verbreitung fand. 1910 vom Lehramt befreit, arbeitete er bis ins hohe Alter als Schriftsteller in Valkenburg. Die Summa seiner Lehre veröffentlichte er im Hauptwerk "Moralphilosophie" (1910-11), noch 50 Jahre später als Standardwerk gerühmt. Die naturrechtl. Begründung der Ethik, seine Auseinandersetzung mit dem Sozialismus und sein sozialpolit. Engagement bildeten die inhaltl. Schwerpunkte seines Schrifttums. Sein konservatives Denken und die Isolation im niederländ. Exil hinderten den Kontakt mit der sich wandelnden Wirklichkeit. Trotz dieser Grenzen galt C. über den Tod hinaus als führender kath. Moralphilosoph.

Quellen und Literatur

  • Mitt. aus den Dt. Provinzen 102, 1934, 156-174
  • Staatslex. 2, 61958, 355-357, (mit Werkverz.)
  • M. Zumthurn, Die polit. und soziale Gedankenwelt von Viktor C., Liz. Freiburg, 1978
  • S. Leher, Begründung eth. Normen bei Viktor C. und Wahrheitstheorie der Sprachphilosophie, 1992
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Lebensdaten ∗︎ 8.5.1845 ✝︎ 10.9.1931