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Franz BernhardGöldlin von Tiefenau

Titelblatt und Textseite seines Werks Versuch einer urkundlichen Geschichte des Drey Waldstätte-Bundes von 1808 (Zentralbibliothek Zürich).
Titelblatt und Textseite seines Werks Versuch einer urkundlichen Geschichte des Drey Waldstätte-Bundes von 1808 (Zentralbibliothek Zürich). […]

4.2.1762 Luzern, 16.9.1819 Beromünster, kath.; Sohn des Alois Johann Baptist Christoph, Ratsherrn und Offiziers in franz. Diensten, und der Katharina Regina Balthasar. 1772-83 Gymnasium und Theologiestud. in Luzern, 1784 Priesterweihe, 1784 Pfarrvikar seines Onkels Bernhard Ludwig (->) in Inwil, 1785-92 Pfarrer von Inwil. 1792 als Chorherr in Beromünster installiert, übernahm G. als Sekr. des Kapitels 1794 die Verwaltung des Stiftes. Es gelang ihm während der Helvetik, den Kirchenschatz zu retten und das Stift zu erhalten. 1803 von Luzern zum Stiftspropst ernannt, setzte er sich für innere Reformen ein und widmete sich der Stiftsgeschichte sowie der Erforschung der Mystik im Umfeld des Niklaus von Flüe. Im Gegensatz zu seinem Onkel bekämpfte er sowohl aufgeklärte Tendenzen im kirchl. Leben wie auch die staatskirchl. Bestrebungen der Luzerner Regierung. Er förderte die Theologen der Sailerschule (Joseph Widmer, Alois Gügler) und protegierte den frommen Laien Niklaus Wolf. Mit Unterstützung des Nuntius Fabrizio Sceberras Testaferrata trat er erfolglos für ein Bistum der Waldstätten mit Sitz in Luzern ein. Nach der Auflösung des Bistums Konstanz 1814 wurde G. zum Administrator der schweiz. Quart (Teil) bestellt.

Quellen und Literatur

  • J.H. von Wessenberg, Briefwechsel mit dem Luzerner Stadtpfarrer und bischöfl. Kommissar Thaddäus Müller in den Jahren 1801 bis 1821, bearb. von M. Weitlauff, 1994
  • J. Wallimann-Huber, Die Bürgergeschlechter von Beromünster, 1931, 303-306, (Werkverz.)
  • HS I/2, 489-492
  • F.X. Bischof, Das Ende des Bistums Konstanz, 1989
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Franz Bernhard Göldlin
Lebensdaten ∗︎ 4.2.1762 ✝︎ 16.9.1819