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MelchiorSchlumpf

29.9.1797 Steinhausen, 1.8.1880 Steinhausen, kath., von Steinhausen. Sohn des Adam, Landwirts und Tierarztes, und der Anna Maria Fähndrich. Stud. der Theologie in Luzern, dann in Landshut beim Theologen Johann Michael Sailer, 1821 Priesterweihe. Anschliessend war S. Lehrer am Gymnasium Luzern und ab 1831 Katechet und Präfekt der Jesuitenkirche. Als Mitgründer des Kath. Vereins (1831), der den kirchl. Interessen in der Schweiz eine öffentl. Plattform verschaffen wollte, setzte er sich für die Gründung der "Schweiz. Kirchenzeitung" ein und wurde 1832 deren erster Redaktor. Während der liberalen Herrschaft im Kt. Luzern wurde S. nach Hausdurchsuchungen in einem Prozess verurteilt und 1835 aus dem Kanton ausgewiesen. Zeitweilig wirkte er als Lehrer am Kollegium Schwyz, an dessen Gründung er beteiligt war. 1837 wurde S. Pfarrer seiner Heimatgemeinde Steinhausen und Dekan. Nach dem konservativen Regierungsumschwung im Kt. Luzern 1840 erfolgte seine Rehabilitierung; S. verblieb jedoch in seiner Zuger Pfarrei und wurde 1857 Domherr des Bistums Basel, bischöfl. Kommissar und päpstl. Geheimkämmerer. Als Mitglied des Erziehungsrats (1851-74) war S. eine der einflussreichsten Persönlichkeiten des Kantons. Er beteiligte sich an allen Gründungen des Innerschweizer Katholizismus seiner Zeit, etwa 1844 an jener des Instituts der Lehrschwestern in Menzingen, 1851 an jener des Klosters Maria Hilf auf dem Gubel, 1862 an jener der Instituts der Olivetanerschwestern in Heiligkreuz, 1857 an jenes des Schweiz. Piusvereins sowie 1863 an jener der Inländ. Mission.

Quellen und Literatur

  • Erinnerungen aus meinem Leben, hg. von K.J. Schlumpf, 1897
  • A. Iten, Tugium sacrum 1, 1952, 352-354
  • H. Bossard-Borner, Im Spannungsfeld von Politik und Religion 1, 2008, 108 f.
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Lebensdaten ∗︎ 29.9.1797 ✝︎ 1.8.1880