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AloisScheiwiler

Der Bischof von St. Gallen in einer Aufnahme des St. Galler Fotostudios von L. Baumgartner, um 1930 (Schweizerische Nationalbibliothek).
Der Bischof von St. Gallen in einer Aufnahme des St. Galler Fotostudios von L. Baumgartner, um 1930 (Schweizerische Nationalbibliothek).

2.4.1872 Gossau (SG), 20.7.1938 St. Gallen, kath., von Waldkirch. Sohn des Alois, Zimmermanns, und der Maria Josepha geb. S. Gymnasium in Einsiedeln, Theologiestudium in Innsbruck und Freiburg, 1896 Priesterweihe in St. Gallen, 1897 Dr. theol. in Freiburg. 1897-98 Domvikar in St. Gallen, 1898-1904 Rektor der kath. Kantonsrealschule St. Gallen, 1904-08 Generalsekretär und Zentralpräsident der christlichsozialen Arbeiterorganisationen in Zürich, 1908-19 Koadjutor in St. Otmar-St. Gallen, 1919 Residentialkanonikus und 1919-26 Domkatechet in St. Gallen, 1926-30 Pfarrrektor der Dompfarrei, 1930-38 Bf. von St. Gallen. Mit Johann Baptist Jung baute S. die Christlichsoziale Bewegung der Schweiz auf, angefangen mit der Gründung der ersten christlichsozialen Arbeiter- und Arbeiterinnenvereine 1899 in St. Gallen, dann 1904-38 als Zentralpräsident christlichsozialer Organisationen der Schweiz, als unermüdl. Vortragsredner, Redaktor und Mitarbeiter christlichsozialer Zeitschriften (gegen 3'000 Publikationen). Nach der Bischofswahl widmete sich S. weiterhin aktuellen Fragen, etwa 1932, als er an einer überkonfessionellen Kundgebung zur Abrüstungskonferenz in der Tonhalle in St. Gallen teilnahm. Nach anfängl. Approbation äusserte er sich 1934 ablehnend zur Freigeldbewegung (Johannes Ude), die besonders im Rheintal Anhänger fand, ebenso 1935 gegen den der Häresie bezichtigten Diözesanpriester Georg Sebastian Huber. S. setzte sich für die kath. Abstinenzbewegung ein und förderte die Kath. Aktion in- und ausserhalb der Diözese. 1932 berief er erstmals eine sankt-gall. Diözesansynode ein und erliess Diözesanstatuten. S. befasste sich wiederholt mit der Geschichte des Klosters St. Gallen.

Quellen und Literatur

  • HS I/2, 1028 f.
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