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Felix und Regula

Das früheste Zeugnis der beiden Zürcher Stadtheiligen Felix und Regula ist die "Passio", die im ausgehenden 8. Jh. von Florencius, wohl einem alemann. Priester in Zürich, verfasst wurde. Ihr zufolge flohen die Geschwister aus der Thebäischen Legion, die in Saint-Maurice umgebracht werden sollte, über Glarus nach Zürich, wo sie unter dem röm. Statthalter Decius gefoltert und enthauptet wurden; anschliessend trugen die beiden Märtyrer ihre Häupter 40 Schritte weit an ihre selbstgewählte Grabstätte. Um diesen Kern rankten sich bis zum Ende des MA weitere Legenden; die wichtigste Ergänzung erfolgte im 13. Jh. mit der Einführung von Exuperantius als drittem Stadtheiligen.

Martyrium der Heiligen Zürichs. Tempera auf Holz von Hans Leu dem Älteren, um 1500 (Schweizerisches Nationalmuseum).
Martyrium der Heiligen Zürichs. Tempera auf Holz von Hans Leu dem Älteren, um 1500 (Schweizerisches Nationalmuseum). […]

Die moderne Forschung vertritt die These, die später von einem Kleriker festgehaltene Legende und die Verehrung der Heiligen gehe auf die Auffindung eines ausserordentl. Grabes zurück. Über der Grabstätte entstand im 9. Jh. das Zürcher Grossmünster, der Mittelpunkt des Heiligenkultes. Auch das Fraumünster (874) und die Wasserkirche (1000) wurden zu Ehren der beiden Heiligen errichtet. Ihre Bilder prägten ab dem 13. Jh. die Zürcher Münzen sowie die Siegel der beiden Stifte und des Rats. Als während der Reformation 1524 der Heiligenkult abgeschafft und die Kirchenschätze beschlagnahmt wurden, sollen die Reliquien der beiden nach Andermatt gebracht worden sein, wo ihre Häupter bis heute in der Pfarrkirche aufbewahrt werden. Die 1950 in Zürich erbaute kath. Kirche St. Felix und Regula, die mit Reliquien von Andermatt ausgestattet wurde, erweckte die Verehrung der Stadtpatrone zu neuem Leben. An ihrem einstigen Feiertag, dem 11. September, wird das Zürcher Knabenschiessen durchgeführt.

Quellen und Literatur

  • Die Zürcher Stadtheiligen Felix und Regula, hg. von H.F. Etter et al., 1988
  • F.W. Bautz, Biogr.-Bibliograph. Kirchenlex. 2, 1990, 12 f.
  • Der Liber ordinarius des Konrad von Mure, hg. von H. Leuppi, 1995
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