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Theodul

Theodor

T. ist gemäss kirchl. Überlieferung der Name des ersten Bf. von Sitten. Bei der Namensform T. handelt es sich um eine Abwandlung des Namens des Bf. Theodor von Octodurus (Martigny), des ersten bezeugten Bf. des Wallis, der 381 an dem vom hl. Ambrosius geleiteten Konzil von Aquileja teilnahm. 393 ist er erneut als Mitstreiter an der Seite des Bf. von Mailand in dessen Kampf gegen den Arianismus bezeugt. Um 440-450 schrieb Bf. Eucherius von Lyon in seinem Passionsbericht über die Märtyrer von Acaunum (Saint-Maurice), dass Theodor die Gebeine der Thebäer entdeckt und die erste Basilika zu deren Ehren hätte bauen lassen (Thebäische Legion). Einige Historiker vermuten aufgrund des Namens von T., dass der erste Bf. des Wallis oriental. Abstammung war, was seine hervorragende Rolle im Märtyrerkult von Acaunum erklären würde. Von einigen Autoren wurde die Vermutung bestritten, der Titel eines Bf. von Octodurus impliziere, dass diese Stadt tatsächlich Bischofssitz gewesen sei. Archäolog. Grabungen ergaben jedoch, dass dies der Fall war und die Bf. des Wallis ursprünglich in Octodurus residierten. Grabungen bei Sitten zeigten immerhin, dass T. dort seit der Karolingerzeit verehrt wurde. In Urkunden ab dem 8. Jh. wird T. ausdrücklich als Bf. von Sitten bezeichnet. Seine Gestalt gewann im Lauf der Zeit zunehmende polit. Bedeutung für die Sittener Kirche, wobei aus der Frühzeit einzig die angebl. Verbindung zum Thebäerkult in die myth. Überlieferung über T. einfloss. Vor der Mitte des 12. Jh. verfasste der Mönch Ruodpert die erste Heiligenvita von T.; darin wird dieser als Zeitgenosse von Karl dem Grossen dargestellt, für den er sich verwendete. Der Theodulskult ging weit über die am 16. August und 4. September begangenen liturg. Feiern hinaus und verbreitete sich in der Folge im Volksglauben. Dort galt T. als Schutzpatron gegen Hagel, Frost und Blitzschlag.

Quellen und Literatur

  • F.-O. Dubuis, «Saint Théodule, patron du diocèse de Sion et fondateur du premier sanctuaire d'Agaune», in Ann. val., 1981, 123-159
  • C. Santschi, «Les premiers évêques du Valais et leur siège épiscopal», in Vallesia 36, 1981, 1-26
  • HS I/5, 131-133
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