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Kolumban

Die Glaubensboten Gallus und Kolumban werden über den Bodensee gerudert. Kolorierte Federzeichnung in einer Handschrift von 1452 (Stiftsbibliothek St. Gallen, Cod. Sang. 602, S. 33, e-codices).
Die Glaubensboten Gallus und Kolumban werden über den Bodensee gerudert. Kolorierte Federzeichnung in einer Handschrift von 1452 (Stiftsbibliothek St. Gallen, Cod. Sang. 602, S. 33, e-codices).

um 543 Provinz Leinster (Irland), 23.11.615 Bobbio (Emilia-Romagna). Leben und Wirksamkeit des bedeutendsten irischen Klostergründers auf dem Kontinent sind bezeugt durch eigene Schriften (Briefe, Gedichte, Mönchsregeln) und frühe Quellen (Vita des Mönchs Jonas von Bobbio mit Befragung der Jünger K.s, u.a. des Gallus, Gallus-Vita). Ausgebildet unter Abt Comgall im Kloster Bangor, war K. dort rund 30 Jahre als Lehrer tätig. 591 verliess er, der idealen Verbindung von Pilgerschaft und Mission nachlebend, mit zwölf Gefährten Irland. 592 gründete er in den Vogesen das Kloster Annegray, hernach die Klöster Luxeuil und Fontaine, alle von gewaltiger Anziehungskraft und Ausstrahlung. Die irische Kloster- und Busspraxis sowie der Streit um den Ostertermin verursachten Differenzen mit dem einheim. Episkopat. Als K. das Konkubinat Kg. Theuderichs II. rügte, wurde er mit den Iren aus Burgund verwiesen. Vom austrasischen Kg. Theudebert II. in Metz mit einem Missionsauftrag nach Alemannien geschickt, gelangte K. nach Tuggen am oberen Zürichsee, wo die Missionierung misslang, und um 610 über Arbon nach Bregenz. In beiden spätröm. Kastellen hatte sich das Christentum erhalten, in Bregenz vermischt mit heidn. Kulten. Hier weilte K. mit seinen Gefährten 610-612. Aufgrund von Misserfolgen, v.a. aber nach Theuderichs II. Sieg über Theudebert II. verliess K. Alemannien. Gallus blieb allein zurück. K. zog zum König der Langobarden, Agilulf, und gründete in Bobbio 613/614 sein letztes Kloster, in dem er sein bis heute verehrtes Grab fand.

Quellen und Literatur

  • DBI 27, 113-129
  • LexMA 3, 65-67
  • W. Berschin, Biogr. und Epochenstil im lat. MA 2, 1988, 26-43
  • J. Duft, «St. Columban in den Hs. der StiB St. Gallen», in Die Abtei St. Gallen 1, 1990, 77-89
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