de fr it

PietroMorettini

"Bremgardo". Projekt für die Verstärkung der Stadtbefestigung von Bremgarten (AG). Aquarellierte Federzeichnung, wahrscheinlich 1709 (Staatsarchiv Luzern, AKT A1 F1 SCH 291).
"Bremgardo". Projekt für die Verstärkung der Stadtbefestigung von Bremgarten (AG). Aquarellierte Federzeichnung, wahrscheinlich 1709 (Staatsarchiv Luzern, AKT A1 F1 SCH 291). […]

1660 Cerentino, 14.3.1737 Locarno, katholisch, von Cerentino. Sohn des Filippo, Maurermeisters, und der Filippina Casserini. 1692 Marie-Rose Ronchan, aus Luxemburg. Mit dem Vater kam Pietro Morettini 1677 nach Besançon, das kurz zuvor (1674) von Ludwig XIV. erobert worden war. Dort wirkten sie an der Erweiterung der Zitadelle nach Plänen von Sébastien Le Prestre de Vauban mit. Ab 1688 arbeitete Morettini als Bauunternehmer an der ebenfalls von Vauban projektierten Festung Landau in der Pfalz. 1692 nahm er an der Belagerung von Namur (Spanische Niederlande) teil, dessen Festung er anschliessend verstärkte. Als diese 1695 von den englisch-holländischen Truppen zurückerobert wurde, diente er dem Statthalter Wilhelm III. von Oranien, König von England, für den er 1695-1697 die Kriegsschäden wieder ausbesserte. Als "ordentlicher Ingenieur" ab 1697 führte er 1698-1702 Pläne von Menno von Coehoorn in den Vereinigten Niederlanden aus; 1701 wurde er zum Generaldirektor der Festungen befördert. 1703 kehrte Morettini nach Locarno zurück, trat in den Dienst des Herzogs Viktor Amadeus II. von Savoyen und plante 1704-1705 Kanäle nach Losone. Nach seiner Ernennung zum Ingenieur des Kantons Luzern verstärkte er dort das Baslertor mit einem Bollwerk und arbeitete an einem neuen Stadtbefestigungsplan. Für den Kanton Uri und die Talschaft Ursern baute er 1707-1708 das Urnerloch bei Andermatt, einen kühnen Strassentunnel auf der Gotthardstrecke. Während der Konfessionswirren, die dem Zweiten Villmerger Krieg vorausgingen, plante er 1707-1712 Festungen für Freiburg, Solothurn, Sursee, Bremgarten (AG), Willisau, Mellingen und Baden und erweiterte 1710 die sogenannte Meienschanze in Wassen, einen Urner Vorposten an der Sustenstrasse. 1715-1716 wirkte er im Kirchenstaat, 1717-1736 in der Republik Genua als erster Ingenieur, Direktor der Festungen und Oberst. Nach seiner Rückkehr im Februar 1737 nach Locarno starb er unerwartet.

Quellen und Literatur

  • M. Viganò, Petrus Morettinus tribunus militum, 2007
Weblinks
Normdateien
GND
VIAF

Zitiervorschlag

Marino Viganò: "Morettini, Pietro", in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), Version vom 05.02.2009, übersetzt aus dem Italienischen. Online: https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/010270/2009-02-05/, konsultiert am 02.03.2024.