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Itinerarium Antonini

Verzeichnis von Verkehrswegen der röm. Kaiserzeit mit Angaben der Etappenorte, Distanzen, Raststätten (mansiones) und Pferdewechselstationen (mutationes), überliefert als Itinerarium provinciarum Antonini Augusti. Ob es sich um das später erweiterte Verzeichnis einer von einem Ks. Antoninus (Caracalla, 211-217) geplanten und durchgeführten Reise handelt, ist umstritten. In dem Werk aus dem frühen 4. Jh. kommt Mailand als Knotenpunkt eine wichtige Rolle zu. Mehrere Strassenzüge führen durch die heutige Schweiz: Von Mailand über den Kl. St. Bernhard nach Strassburg über Genf, Lausanne und Pontarlier (347,12-348,3) oder über den Gr. St. Bernhard nach Mainz über Martigny, Avenches und Augst (351,4-353,3). Die Verbindung von den Donauländern nach Trier und an den Niederrhein berührt zweimal die Nordschweiz mit Bregenz, Winterthur, Windisch und Augst (251,3-252,1). Zwei Strassen verbinden Bregenz über Chur und Como mit Mailand (277,6-278,4-5).

Quellen und Literatur

  • O. Cuntz, Itineraria Antonini Augusti et Burdigalense, 1929 (21990)
  • E. Howald, E. Meyer, Röm. Schweiz, 1940, 112-116
  • D. van Berchem, «L'Itinéraire Antonin et le voyage en Orient de Caracalla (214-215)», in Comptes rendus des séances de l'Académie des inscriptions et belles-lettres, 1973, 123-126
  • P. Arnaud, «L'Itinéraire d'Antonin», in Geographia Antiqua 2, 1993, 33-49