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Gallienus

um 218 n.Chr., Sept. 268 vor Mailand. Sohn von Ks. Valerian. G. regierte mit seinem Vater 253 bis 260 (Gefangennahme des Valerians durch Schapur I.) gemeinsam und von da an bis zu seiner Ermordung als alleiniger rechtmässiger Kaiser. Seine Regierungszeit war geprägt von schweren Auseinandersetzungen mit Germanen und Persern. Der grosse Angriff der Alemannen und Juthungen sowie weiterer Stämme 259 und 260 auf Italien, wo sie G. bei Mailand besiegte, berührte das Gebiet der Schweiz wohl nur am Rande; die Heerhaufen zogen durch Rätien und durch den franz. Jura gegen Süden. Immerhin liess G. 260 die Mauern von Vindonissa durch Truppen wiederherstellen; in Augusta Raurica und Basel wurden wahrscheinlich Garnisonen stationiert. Der Statthalter von Niedergermanien, Postumus, liess sich im Aug. 260 (Gefangennahme Valerians) zum Kaiser ausrufen und begründete damit das sog. Gallische Sonderreich, dem Rätien schon im Sept. 260 angehörte. 265 führte G. einen Feldzug gegen Postumus mit mässigem Erfolg. Die Zerstörung von Aventicum und die Verwüstungen im Wallis zwischen Genfersee und Acaunum (Saint-Maurice), welche die ältere Forschung noch in einen Zusammenhang mit G.' Abwehrkämpfen stellte, werden heute eher auf 275-277 datiert.

Quellen und Literatur

  • W. Drack, R. Fellmann, Die Römer in der Schweiz, 1988, 73-81
  • L. Bakker, «Raetien unter Postumus», in Germania 71, 2, 1993, 369-386
  • J. Favrod, «La date de la prise d'Avenches par les Alamans», in Arculiana, hg. von F.E. König, S. Rebetez, 1995, 171-180
  • D. Kienast, Röm. Kaisertabelle, 21996, 218-220
  • H. Halfmann, «G.», in Die röm. Ks., hg. von M. Clauss, 1997, 229-235
  • SPM 5, 60
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Lebensdaten ∗︎ um 218 n.Chr. ✝︎ Sept. 268